After The Rain 2 – Liebe bringt Schwierigkeiten

Das durchaus in europäischen Gefilden brenzlige Thema einer Liebesbeziehung zwischen einem Mitte Vierziger und einer Schülerin ist in Mangakreisen durchaus ein wiederkehrendes Genrebild. After the Rain widmet sich dieser Beziehung in leisen und einfühlsamen Tönen und bleibt damit realistischer als so mancher Dokureport.

Inhalt:

Akira ist inzwischen voll verknallt in den immer noch bemitleidenswürdigen Herrn Kondo. Sie probiert nach dem Cliffhanger im ersten Band, als sie ihm ihre Liebe gestand, nun ein erstes Date mit ihm einzugehen. Er willigt ein, was für eine Menge mehr Aufsehen sorgt. Akira ist nervös und gleichzeitig kommt ein neuer Protagonist auf die Bühne, der ebenfalls frech um ihre Zuneigung buhlt. Da er eher in Akiras Alter ist, muss er als eine ernsthafte Bedrohung angesehen werden, auch wenn Akira zunächst gar nicht auf ihn abfährt. Die Beziehungen werden komplizierter und komplexer.

Rezension: 

Akira bleibt auch im zweiten Band zauberhaft und man wünscht dem Mädchen nur das Beste. Zunehmends sieht es aber so aus, als ob sie sich in die Idee der Liebe zu Herrn Kondo verrennt. Sie lässt keine anderen Gedanken zu, was ihre Mitmenschen auch in den Wahnsinn treiben kann.

Herr Kondo rückt mehr ins Rampenlicht, als er dies im ersten Band tat. Er hat große innere Konflikte und hat Angst nur an der Nase herumgeführt zu werden. Wir erfahren mehr über sein zerrüttetes Leben, seine Ex-Frau und seine Familienverhältnisse. Da kommt die Frage auf, ob Akira sich das wirklich zumuten will. Oder kann sich etwa gar nicht so weit schauen, um erkennen zu können, auf was sie sich da genau einlässt?

Schließlich lebt sie in der Welt einer Siebzehnjährigen und die harte Welt von Herrn Kondo könnte schnell unromantisch werden. Hier wird der Manga auch erstmals ein echter Seinen, denn auch die etwas älteren Herren, ich eingeschlossen, werden sich nun Fragen, wie man wohl reagieren würde, wenn man sich plötzlich in einer solchen Situation befinden würde. Ganz ehrlich, wahrscheinlich ebenso unsicher und verstört, wie es bei Herrn Kondo hier passiert. Andere Rezensenten wie The Lost Dungeon lassen dieses Genre hier aus, ich aber finde, dass das Werk in erster Linie ein Seinen ist, auch wenn Akira mit ihrer Geschichte im Vordergrund steht.

Kase wird neuer Arbeitskollege von Akira und bringt viel Konfliktstoff mit sich. Offenbar hat er sich schnell in Akira verguckt und wird so zum natürlichen Gegenspieler seines eigenen Chefs. Das kann nicht lange gutgehen. Im aktuellen Band aber wird noch keine Entwicklung diesbezüglich aufgezeigt. Akira springt von Date zu Date, mal gewollt, mal ungewollt. Sie hat es nicht leicht.

Der Band liest sich etwas schwerer als der erste Band und kommt nicht so lockerleicht daher. Die Geschichte wird etwas dichter und es gibt nicht mehr viele Handlungssprünge. Kase ist noch unentschlossen, wie er mit dem Wissen um Akiras Liebe zu Herrn Kondo umgehen soll. Akira versucht Kase bei Laune zu halten und ihre Liebe zu Herrn Kondo weiter auszubauen. Herr Kondo hat Angst.

In diesem Video wird noch einmal sehr gut erklärt, warum After The Rain nichts Anrüchiges an sich hat!

Die Thematik der Liebe einer Minderjährigen zu einem Mann ist noch nicht vollständig aufgebaut worden, wird aber immer mehr in den Fokus rücken, je ernster die Geschichte wird. Es bleibt abzuwarten, wie Jun Mayuzuki damit umgehen wird. An dieser Stelle wäre zu erwähnen, dass ich den existierenden Anime nicht schaue, um die Überraschung und die Wendungen des Manga nicht vorwegzunehmen.

Fazit:

Die Liebe von Akira und Herrn Kondo ist noch weit entfernt von zweisamer Glückseligkeit. Im Gegenteil, es wird komplizierter und etwas holpriger. Das gilt auch für die Qualität der Geschichte. Da empfand ich beim Lesen genau so. Trotzdem ist noch genug Potential in der Story, um den Leser auch auf ein schnelles Release von Band 3 hoffen zu lassen. Ich warte also wieder! Am 17. Januar ist es bei Altraverse soweit.

Cover © Altraverse 2018

Mayuzuki, Jun: After The Rain 2. 1. Auflage. Altraverse 2018. 164 Seiten. 10€. Romance, Seinen.

 

 

 

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Lonesome – Einsamer Rächer im winterlichen Kansas

Da der Winter auch in diesem Jahr wieder nicht so richtig zu uns kommen will, holen wir uns die harte aber gemütliche Jahreszeit einfach ins Haus. Der belgische Comickünstler Yves Swolfs hat wieder zugeschlagen. Nach seinem Riesenerfolg Durango erfreut er uns wieder mit einer knallharten Western-Geschichte, die allen Durango-Fans endlich die Entzugserscheinungen nehmen wird.

Der 1955 in Brüssel geborene Swolfs hat ein Abonnement auf rachsüchtige Antihelden. In Durango war das in einem zeitlich später angesiedelten Plot der Fall. Ebenso bei seinem Ausflug ins Vampir-Genre mit Der Prinz der Nacht. Damit wären auch seine beiden großen Erfolgsserien genannt. Lonesome macht darauf aufmerksam, dass sich diese Geschichte anschicken wird, die großen Fußstapfen zu füllen. Mehr Informationen zum Autor findet ihr hier.

Inhalt:

Wie ein drohendes Unwetter zieht der amerikanische Bürgerkrieg am Horizont auf. Ein einsames Städtchen in den verschneiten Ebenen von Kansas wird vom Hassprediger Markham und seiner fanatischen Horde terrorisiert. Bis zu dem Tag, als ein namenloser Reiter in der Gegend erscheint. Dieser lonesome Cowboy verfolgt einen dantesken Rachefeldzug, der ihn bis über die Grenzen des Übernatürlichen führen wird…

Rezension:

Die Geschichte packt und fesselt den Leser sofort. Es beginnt mit der knallharten Action, die Swolfs-Fans erwarten dürfen. Swolfs fackelt nicht lange und beweist, was für ein ergreifender Geschichtenerzähler er sein kann. Schon hier wird schnell klar: wer Durango geliebt hat, wird überglücklich mit Lonesome sein.

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Abbildungen, Cover & Inhaltsangabe © Splitter-Verlag

Die Farben sind zurückhaltend und bedächtig gewählt. Das Werk hat den Anschein ganz klassisch aufzutrumpfen. Der Zeichenstil ist unheimlich detailreich und realitätsnah. Der Leser wird in die Geschichte hineingezogen und befindet sich schließlich in einem Kinofilm, in dem keine Sekunde Langeweile aufkommt.

Die Anlehnung an den Italo-Western der 60er und 70er Jahre kommt nicht überraschend. Auch Durango hatte diese Clint Eastwood-Elemente bereits, während Lonesome einige spezielle Kennzeichen, wie beispielsweise der Fokus auf ein Augenpaar, übernimmt. Auch die Hauptfiguren ähneln sich stark, so dass der Eindruck entsteht, Swolfs wollte in dieser Serie noch einmal etwas Großes schaffen und an bisherige Erfolge anknüpfen.

Der Cliffhanger zum Ende der Geschichte ist so ausgeprägt, dass schon jetzt gespannt auf den zweiten Band gewartet werden kann. Ich habe schon einmal meine Wunschliste für 2019 erstellt.

Fazit:

Wenn es draußen schon dunkel ist, sollte man sich in eine wohlige Decke eingehüllt ein paar Kerzen anzünden. Die Atmosphäre dürfte dann dem Kansas von 1861 recht ähnlich sein. Es ist das ideale Setting, um diesen Band zu genießen, der Western-Abenteuer vom Feinsten bietet. Ich kann diese Graphic Novel uneingeschränkt empfehlen. Mein Lesespaß war ausufernd.

Swolfs, Yves; Lonesome 1: Die Spur des Predigers. Erschienen am 18.09.2018 im Splitter-Verlag. 56 Seiten.

Das Comic-Café startet 2019!

Hallo liebe Leser!

Diesmal schreibe ich keine Rezension, sondern es gibt zur Abwechslung mal eine Veranstaltungsankündigung. Meine Freundin und ich werden im Jahr 2019 (der genaue Termin wird noch bekanntgegeben) das Comic-Café ins Leben rufen.

Worum geht es uns?

Wir wollen zunächst in einem zweimonatigen Rhythmus ein ungezwungenes Comic-Café öffnen, um allen Interessierten eine Plattform zu bieten sich zu treffen und auszutauschen. Dabei soll das Angebot immer wieder variabel gehandhabt werden.

Fakt ist, es gibt immer etwas zu trinken und etwas zu essen. Das können kleine Snacks sein oder auch natürlich eine Tasse Kaffee oder Tee. Wer das möchte, kann auch nur sitzen und es sich gut gehen lassen.

Atmosphärisch ist das ganze in die Welt der Graphic Novel eingebettet. Hierum soll es sich schwerpunktmäßig drehen. Wir werden dementsprechend kurze Vorträge, Besprechungen, Events, Lesungen und womöglich auch Musik mit in die Sache einbauen. Es soll sich ja lohnen, den Nachmittag oder Abend hier zu verbringen.

Ich arbeite derzeit am ersten Programm und freue mich jetzt schon drauf, wer alles kommen wird und welche interessanten Menschen ich kennen lernen darf.

Ihr müsst eigentlich nur zwei Sachen mitbringen: Spaß an einem unterhaltsamen Tag im Zeichen der Graphic Novel und ein bisschen Geld, damit wir unsere Unkosten decken können. Der erste Comic-Café-Tag wird auch für uns ein Testlauf, daher wird es viele besondere Angebote geben.

Vielleicht habt ihr Lust Freunden und Bekannten davon zu erzählen? Es geht mir darum, dass Menschen mit Interesse diesen Artikel lesen und deshalb bitte ich euch hier konkret einmal diesen Artikel auf euren Kanälen zu teilen (egal ob Facebook, Twitter, Instagramm oder hier bei WordPress).

Ich möchte doch einmal sehen, was für eine Follower-Power ich habe. Aber ich habe großes Vertrauen zu euch.

Bei Fragen gerne in den Kommentaren nachhaken.

Der Triumph des Herzens

Dieser Text soll kein epochales Werk zur Lage der Gesellschaft werden, aber das spannende Geschichtswerk Das Herz der Amazonen aus dem Splitter-Verlag bietet doch mehr an als nur das immer wiederkehrende Gemetzel des Trojanischen Krieges. Es kommt auf die feinen Untertöne an.

Titel: Das Herz der Amazonen

Autoren/Zeichner: Geraldine Bindi / Christian Rossi

Verlag: Splitter

Erschienen am: 22.10.2018

Seiten: 160

Preis: 29,80 €

Die Geschichte des Trojanischen Krieges ist scheinbar schon zu oft erzählt worden. Die Charaktere sind bekannt und es bleibt nur noch wenig Neues zu entdecken. Nun aber wirft das Duo Bindi/Rossi eine Nebenhandlung auf den Markt, die noch nicht so stark bearbeitet worden ist.

Inhalt:

Zu Beginn des Frühlings feiert der stolze Stamm der Amazonen jedes Jahr das Blumenfest, eine feierliche Zeremonie des Lebens und der Fruchtbarkeit, die für ihre Nachkommenschaft notwendig ist: Wie jedes Jahr entführen die kriegerischen Frauen einige Dutzend Männer, um mit ihnen die nächste Generation des Stammes zu zeugen. Einzig Penthesilea, die junge Königin der Amazonen, findet erneut keinen Mann, der ihrer würdig wäre. Nicht weit entfernt liegt jedoch die Stadt Troja, wo ein Krieg um die griechische Prinzessin Helena entbrannt ist. Und ein von den Göttern begünstigter Krieger namens Achilles weckt die Aufmerksamkeit Penthesileas…

Inhaltsangabe & Abbildungen © Splitter-Verlag

Rezension:

Christian Rossi taucht die Geschichte in wundervolle Sepia-Töne und wechselt Licht und Schatten so geschickt ab, dass eine ganz eigene Atmosphäre entsteht. Das Altertum scheint sich vor dem Leser aus dem Erdboden zu erheben, leicht angestaubt, aber doch lebendig. Das Minenspiel der Gesichter verdient dabei die besondere Beachtung und gelingt Rossi nicht zum ersten Mal ausgezeichnet. Der Band weist auffallend viele große Panels auf, so dass ein zweites Hinschauen unbedingt angeraten wird, um wirklich auch die liebevollen Details zu entdecken.

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Geraldine Bindi erzählt eine Geschichte einer Frauenkolonie, die einst den Männern, nach unsäglichem Leiden, entsagt hat. Die Amazonen sind trainierte Kriegerinnen, denn sie müssen sich verteidigen. Sie sind aber keinesfalls Superhelden. Das macht die Geschichte authentisch.

Für Männer haben sie nur Geringachtung und sie nutzen den Mann lediglich als Fortpflanzungswerkzeug. Nach der erfolgreichen Befruchtung werden die Männer grausam hingerichtet. Eine besondere Rolle nimmt in dem Buch das Blumenfest ein, bei dem gefangen genommene Männer in das Fruchtbarkeitsritual der Amazonen einbezogen werden. Hier wird vom Autorenteam nicht vor graphischen Darstellungen zurückgeschreckt. Eindeutig sexuelle Handlungen sind offensichtlich. Das muss aber auch so sein, denn der Realitätswert gebietet dies an dieser Stelle. Hier kann das Buch aber sicherlich nicht alle Leser ansprechen.

Am Ende werden diese sexuellen Themen immer mehr in den Hintergrund gedrängt von wichtigen Fragen wie etwa dem Verfallsdatum einiger Wertvorstellungen, die die Gemeinschaft der Amazonen bis zu diesem Zeitpunkt verfolgt hat. Ein Wandel setzt ein, wenn sich Königin Penthesilea plötzlich entscheidet ihren neugeborenen Sohn nicht zu töten, wie bisher üblich. Der Leser erkennt schnell, dass hier ein Gesellschaftsbild ins Wanken gerät und am Ende umgestürzt wird. Dabei bleiben die Anhänger der alten Ordnung auf der Strecke. Aber ist es nicht immer so?

Fazit:

Die Geschichte regt zum Nachdenken an. Es geht um Frauen- und um Männerbilder in der Gesellschaft und wie sich deren Rollen verändern können. Dominiert zu Beginn noch Sex und Gewalt, so verändert sich auch der Erzählstil. Es geht im letzten Drittel fast nur noch um die Werte und Normen.

Es ist äußerst spannend und unterhaltsam den Trojanischen Krieg nur als Nebenschauplatz zu erleben. Der Leser sieht das zerstörte Troja, auch die Griechen kämpfen gegen die Amazonen und Achill spielt als Liebhaber Penthesileas eine tragende Rolle, aber eigentlich steht die Gesellschaft der Amazonen im Mittelpunkt. Trotz des von Männerhand erfahrenen Leids, können die Amazonen am Ende ihr eigenes Herz nicht besiegen und lassen sich wieder auf eine Gesellschaft mit Männern, zunächst in der Form des Königssohnes ein.

Die Graphic Novel ist klar im Geschichts-Genre angelegt und dürfte Historienfans zufriedenstellen. Wer sexuelle Darstellungen nicht schätzt, muss sich weiterhin hinter den trojanischen Mauern verschanzen und die Finger von diesem Werk lassen. Steht man der Sache aber offen gegenüber, wird sich eine Geschichte voll von Leid und Leidenschaft ausbilden, die mehr als nur lesenswert erscheint.

Manga Monday #3 – Jetzt knallt’s!

Yusuke Osawa: 6th Bullet. Band 1. Cross Cult: Dezember 2018; 400 Seiten; s/w; 15 €

Mein Manga-Tipp für diese Woche ist der am 11. Dezember 2018 erscheinende Titel 6th Bullet bei Cross Cult. Hier handelt es sich um eine Kombination von High-School-Story mit ganz viel verrückter Action.

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Tango Boliviano – Action und Crime mit südamerikanischer Atmosphäre

*Rezension

 

Tango 1

Das Meer der Steine

(O: Tango 1: Un Océan de Pierre)

ISBN 978-3-96219-154-2

16,80 €

 

Story: Philippe Xavier & Matz

Zeichnungen: Philippe Xavier

Szenario: Matz

Farben: Jean-Jacques Chagnaud

 

Der erste Band der neuen „Crime-Action-Reihe“ TANGO hält, was er verspricht. Routiniert erzählt das Duo Xavier und Matz eine packende Geschichte, die dem Leser kaum Gelegenheit gibt Luft zu holen und das Buch aus der Hand zu legen. Man sieht, dass beide Autoren bereits erfolgreich im Filmgeschäft gearbeitet haben, denn TANGO kann spielend einfach adaptiert und ein Actionthriller für das Kino werden.

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Shame – Tochter des Bösen

Meine Comics

Inhalt

Als Mutter Tugend, die reinste Frau der Erde, einen unbedachten Wunsch tut, sieht die Hölle eine einmalige Chance: Und so entsteht Schande, ein Dämonenkind, das dereinst die Herrschaft über die Welt übernehmen soll. Damit ihre finstere Macht der Welt nicht schaden kann, trifft Mutter Tugend jedoch Vorkehrungen und lässt das Kind dann allein – doch dadurch zieht sie sich den maßlosen Zorn ihrer Tochter zu. Die sinnt in ihrem Gefängnis auf Rache und bekommt schließlich Hilfe…

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