Makoto Yukimura – Vinland Saga 1

*Rezension

Makoto Yukimura: Vinland Saga. Band 1. Carlsen-Verlag. 224 Seiten.

In dieser Woche habe ich mich an eine etablierte Serie herangetraut, die auf Grund der bereits mannigfaltigen Bände bereits eine große Leserschaft gefunden hat. Das historische Abenteuer soll hier gemäß den Verlagsangaben mit einer Menge Action gepaart sein. Das klingt grundsätzlich vielversprechend und hat mich neugierig gemacht.

Zunächst einmal fand ich es seltsam, dass die Sage um die Wikinger des 11. Jahrhunderts in einem japanischen Manga aufbereitet wird. Aber das muss ja kein Nachteil sein. Eine andere Perspektive ist oftmals erfrischend. Ich lasse mich also auf die Erlebnisse des jungen Thorfinn ein.

Inhalt:

Thorfinn ist der Sohn eines der größten Krieger, den die Wikinger je hatten, doch er muss mitansehen, wie sein geliebter Vater im Kampf gegen den Söldnerführer Askeladd stirbt. Auf Rache bedacht, schließt er sich Askeladds Trupp an, um ihn eines Tages im Duell zu fordern und zu besiegen. Doch bevor es dazu kommt, wird er in den Krieg um die Krone in England hineingezogen…

Rezension:

Es ist eine wilde Zeit im 11. Jahrhundert. Die Wikinger haben bereits in Europa für Angst und Schrecken gesorgt, aber ihre Zivilisation ist auf dem absteigenden Ast. In der Fernsehserie „Vikings“ sind die Ereignisse noch etwas früher angesetzt. Die Wikinger dort noch wilder. Im Manga haben sie bereits einen gewissen Grad an Integration erreicht.

Thorfinn kämpft in Askeladds Truppe und als Leser hat man es nicht leicht gleich eine Sympathie zu ihm aufzubauen. Das gelingt dem Manga dann aber vorzüglich im zweiten Teil. Dort erfahren wir etwas über die Backstory von Thorfinn und was sein Vater für ihn und die Gemeinschaft bedeutete.

Dort wird neben Askeladd auch der nächste Gegenspieler in die Geschichte eingeführt. Halfdan ist ein brutaler Herrscher und hat auch auf Island ein mächtiges Auftreten. Er ist der Gegenpart zu Thors, dem Vater von Thorfinn.

Ich fand den brutalen Einstieg mit einer Schlacht nicht wirklich gelungen und es fiel mir schwer die Geschichte so richtig anzunehmen. Ich brauchte eine ganze Zeit, ehe ich mit dem Manga warm werden konnte. Erst im zweiten Teil des Buches begann die Geschichte mich zu fesseln.

Thorfinns Familie kommt von Island und als wir von seiner Kindheit erfahren wird deutlich, dass man dort in Abgeschiedenheit und Frieden leben kann, was historisch im Norden Europas zu dieser Zeit nicht möglich war. Die Geschichte wird in diesem Teil empathischer und ich konnte mich durch den zweiten Teil doch dazu entschließen weiterzulesen.

Die Zeichnungen von Makoto Yukimura sind klar und eindeutig, ohne viel Firlefanz. Das entspricht der Gesellschaft der Winkinger und verhindert auch, dass zu viele japanische Elemente in die Geschichte einfließen. Das hätte der Optik sicherlich nicht gut getan.

Fazit:

Wäre es beim ersten Teil des Romans geblieben, hätte ich die Serie wohl beendet. Aber so konnte die Storyline die Kurve noch bekommen. Die Figuren sind nun positioniert und erwarte mir von Band 2 eine deutliche Steigerung in der Spannungskurve. Das Werk hat einige Durststrecken, die dann den Lesespaß bei mir erheblich verringert haben.

Es ist für mich immer ein schlechtes Zeichen, wenn ich an einem Buch einfach nicht weiterlese. Es hat mich dann nicht gepackt. Zur Ehrenrettung der Serie muss ich eingestehen, dass dies am Ende des Buches schon der Fall war.

Wer Action und Geschichte in einem Manga mag, ist hier sicherlich gut bedient. Carlsen empfiehlt das Buch ab 16, was bisher außer ein paar brutaler Szenen lediglich bedingt gerechtfertigt erscheint. Vielleicht bringt die Serie aber noch mehr entsprechende Szenen.

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Autor: Leselöwe

Bei Comics und Mangas fühle ich mich in fantastische Welten versetzt. Da sieht die Realität manchmal alt aus.

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