Tango Boliviano – Action und Crime mit südamerikanischer Atmosphäre

*Rezension

 

Tango 1

Das Meer der Steine

(O: Tango 1: Un Océan de Pierre)

ISBN 978-3-96219-154-2

16,80 €

 

Story: Philippe Xavier & Matz

Zeichnungen: Philippe Xavier

Szenario: Matz

Farben: Jean-Jacques Chagnaud

 

Der erste Band der neuen „Crime-Action-Reihe“ TANGO hält, was er verspricht. Routiniert erzählt das Duo Xavier und Matz eine packende Geschichte, die dem Leser kaum Gelegenheit gibt Luft zu holen und das Buch aus der Hand zu legen. Man sieht, dass beide Autoren bereits erfolgreich im Filmgeschäft gearbeitet haben, denn TANGO kann spielend einfach adaptiert und ein Actionthriller für das Kino werden.

 

Inhalt:

 

Es hätte alles so einfach sein können. Nachdem er erfolgreich ein Drogenkartell um ein paar Millionen erleichtert hat, wollte John Tango nichts weiter als seinen Ruhestand genießen. Und er dachte, dass ein einsames Dorf in Bolivien der perfekte Ort dafür sei. Aber wie das Leben so spielt, haben seine neuen Nachbarn offensichtlich eine Vergangenheit, die ebenso bewegt ist wie Tangos eigene, und als sie von drei schwer bewaffneten Gangstern überfallen werden, eilt er ihnen trotz besseren Wissens zu Hilfe. Ungewollt gerät Tango damit ins Visier von gleich zwei mächtigen kriminellen Organisationen, und mit der Idylle in den Kordilleren ist es bald vorbei.

Inhaltsangabe & Cover © SPLITTER Verlag

 

Rezension:

 

Das Setting in Bolivien ist nur auf den ersten Blick ungewöhnlich. Philippe Xavier ist einer Kenner der Breitengrade, hat er doch seinerzeit in Argentinien und Chile studiert. Zusammen mit seinem Freund und Kollegen Matz hat er das bolivianische Hochland bereist. Diese Recherche gibt dem Werk eine Menge an Authentizität und sie ist im Anhang des Buches in einem interessanten Reisetagebuch nachzuverfolgen.

 

Die Atmosphäre in TANGO erinnert an das Western-Genre, was durch die Zeichnungen der weiten und kargen Landschaft noch unterstützt wird. Die Vorort-Studien machen sich gerade hier bezahlt.

 

John Tango ist ein Antiheld, denn er hat schwere Zeiten in einem kriminellen Leben hinter sich. Das Motiv eines Mannes mit Vergangenheit, der an einem abgelegenen Ort einen Neuanfang versucht ist dabei weder neu noch originell. Es funktioniert durch die routinierte Erzählweise aber dennoch.

 

Die Figuren sind klassisch. Tango muss gezwungermaßen die Rolle des Helden übernehmen. Die Bösewichte der Geschichte sind bisher ausnahmslos böse. Sie haben noch keine anderen Konturen. Natürlich gibt es auch Frauengeschichten, die von Tango offenbar in einem Wimpernschlag beendet werden können. Das Schicksal des kleinen Jungen geht vor und Tango beendet lieber die Beziehung zu seiner Geliebten. Das ist wirklich heroisch, wenn noch etwas realitätsfremd.

 

Überhaupt muss gesagt werden, dass die Geschichte nichts Neues bieten kann. Diese Geschichte ist schon unzählige Male geschrieben worden, aber das Autorenduo schafft es dennoch sie spannend, ja sogar mitreißend, zu erzählen. Das ist der Verdienst der erfahrenen Storyteller.

 

Der Ausblick am Ende des Buches lässt die Vermutung aufkommen, dass auch noch weitere Schauplätze angesteuert werden. Der Besuch in Bolivien war also nur zeitweilig.

 

Fazit:

 

Ich habe TANGO mit viel Spannung in einem Rutsch durchgelesen. Der Leser ist schnell mitten in der Geschichte drin und kommt nicht mehr heraus. Ich fand Bolivien durchaus einen ungewöhnlichen Schauplatz der Geschichte und bin gespannt, wohin mich die Storyline im zweiten Band bringen wird. Den werde ich übrigens unbedingt lesen.

 

Ich kann eine Kaufempfehlung abgeben, allerdings mit einer kleinen Einschränkung. Wer im Actionthriller-Genre zu Hause ist, wird die Geschichte mögen, auch wenn viele Dinge keine Neuheit darstellen. Wer sich dieses Genres normalerweise nicht so annimmt, wird womöglich Schwierigkeiten genau mit dem vorhersehbaren Verlauf der Geschichte haben.

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Autor: Leselöwe

Bei Comics und Mangas fühle ich mich in fantastische Welten versetzt. Da sieht die Realität manchmal alt aus.

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