Comanga Live Rezension – #1 / Rendsburg Stadtbücherei

Es war angekündigt und nun machen wir es wahr. In Kooperation mit der Stadtbücherei in Rendsburg werden wir, Maren und Andreas von Comanga, die erste Live-Rezensionsshow mit Lesetipps veranstalten.

 

Wir freuen uns darauf und verspüren schon den Nervenkitzel, den eine solche Premiere natürlich immer mit sich bringt. Ich werde euch auf den folgenden Seiten einmal beschreiben, was euch da so erwarten wird.

Wir sind mit PowerPoint ausgerüstet und werden euch etwa 90 Minuten lang die Graphic Novel-Lesetipps aus dem Monat Juli vorstellen. Was ist neu erschienen und was halten wir für wirklich lesenswert? Das könnt ihr am 26.07.2019 in der Stadtbücherei Rendsburg um 19:00 Uhr erfahren.

Ich beschäftige mich ja gern mit den Genres Fantasy, Science-Fiction, Abenteuer und Historie. Deshalb gibt es von mir Tipps aus diesen Kategorien. Maren dagegen hat es mit weiblichen Hauptfiguren und Frauenthemen. Sie hat einen ganz anderen Blickwinkel auf die Graphic Novels, was durchaus sehr spannend werden kann.

Am Ende der Veranstaltung gibt es noch eine kleine Diskussion, die noch weitergehende Detailfragen klären kann. Wir richten uns mit diesem Angebot übrigens an Menschen, die Graphic Novels lieben UND Menschen, die sich mit diesem literarischen Medium noch gar nicht richtig beschäftigt haben.

Ich hoffe, dass alle zahlreich kommen und einen geselligen Abend daraus machen werden. Die Premiereveranstaltung ist übrigens kostenfrei. Wir freuen uns aber über Spenden, die unsere Arbeit honorieren.

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Der Gang durch die Hölle – Cross Cult macht’s möglich

Mit dem ersten Band der Serie A Walk Through Hell bringt der Cross Cult-Verlag uns sehr düstere Thrilleraction in bester amerikanischer Kinomanier. Die beiden FBI-Agenten Shaw und McGregor haben es nicht leicht, denn nach einem enorm schweren Pädophilie-Fall sind beide angeschlagen. Aber die Vergangenheit, die sie endlich hinter sich gelassen glaubten, holt sie nun doch wieder ein.

In bester Fernseh- und Kinomache führt uns die Handlung mit Zeitsprüngen an verschiedene Orte und langsam bekommt der Leser das Gesamtbild vor sich ausgebreitet. Garth Ennis versteht es meisterhaft die Fäden der Geschichte zu spinnen und die Zeichnungen von Goran Sudzuka kennen wir schon aus vielen anderen Comicserien. Paradoxerweise lässt durch den gebürtigen Kroaten die nordamerikanische Zeichenschule grüßen.

Das kleine Format mag ich nicht so besonders. Ich finde es bequemer ein großes Format in der Hand zu halten. Macht mir beim Lesen mehr Spaß, da ich die Details der Zeichnungen besser beachten kann.

Inhalt

Shaw und McGregor werden zu einem verlassenen Lagerhaus gerufen, in dem sich offenbar schreckliche Dinge abspielen. Es ist zum Zeitpunkt der Ankunft der beiden Agenten schon klar, dass zwei Kollegen nicht mehr zurückgekommen sind, nachdem sie hineingegangen waren. Auch das Sondereinsatzkommando ist mit großem Horror und angsterfüllt aus dem Lagerhaus herausgekommen, obwohl kaum ein Schritt hineingesetzt wurde. Was hat es mit dem Lagerhaus also auf sich?

Der Gang hinein hat folgen. Shaw und McGregor werden ohnmächtig und erwachen wieder ohne spürbaren Puls. Schon bald spielen sich schreckliche Szenen im Lagerhaus ab, sodass die Frage erlaubt sein muss, wo man sich eigentlich befindet. Die Hölle scheint eine echte Option zu sein…

Rezension

Es gibt keine Sekunde Langeweile, so viel vorweg. Die Geschichte beginnt abrupt und der Leser muss sich auf den ersten Seiten erst einmal zurechtfinden. Langsam taucht er in die Geschichte ein, obwohl schon schnell klar ist, dass Shaw und McGregor ein Duo sind, die im Laufe der Geschichte noch große Schwierigkeiten bekommen werden.

Die Geschichte spielt sich auf zwei Ebenen ab. Einerseits erfahren wir fortlaufend wie es mit dem Lagerhaus weitergeht, andererseits erhalten wir in der Rückblende immer wieder Einblicke in einen vergangenen Fall, indem es um eine besonders abscheuliche Pädophilie-Straftat in Kombination mit Kindermorden handelte. Der Hauptbeschuldigte, Paul Carnahan, konnte von Shaw und McGregor nicht dingfest gemacht werden.

Durch das Hin und Her der Handlungsstränge entfaltet sich die Handlung für den Leser nur schleppend. Es müssen immer wieder neue Puzzlesteine beachtet werden. Ennis versucht seine Leser an der Nase herumzuführen, um dann mit Überraschungsmomenten urplötzlich um die Ecke zu kommen.

Der Name Carnahan gibt Rätsel auf. Einerseits steckt in carn- das lateinische Wort Fleisch drin, was durchaus in Bezug zur Handlung gesetzt werden kann. Andererseits erinnert Carnahan an das jüdische Wort Kanaan, welches in der Bibel als das gelobte Land dargestellt wird.

Es sind also himmlische oder teuflische Kräfte am Werk. Ist es das gelobte Land oder vielleicht doch das Gegenteil? Höllisch sind die Verhältnisse in der Lagerhalle unbedingt. Aber viele Fragen bleiben in diesem Eröffnungsband ungeklärt.

Wirkung

Garth Ennis gelingt es eine sehr dichte Atmosphäre zu erzeugen, die unheimlich von der Spannung lebt. Die Handlung ist so unüberschaubar wie das Lagerhaus für die beiden FBI-Agenten. Ich habe die Graphic Novel komplett durchgelesen und konnte es nicht zur Seite legen. Ich habe mich auch ein bisschen geärgert, nun auf den zweiten Band warten zu müssen.

Mir gefiel ebenfalls sehr, dass immer wieder Themen aus dem gesellschaftlichen Alltag angesprochen wurden. Besonders im Verhältnis der Agenten untereinander, aber auch im Austausch mit den Arbeitskollegen.

Fazit

Ein Horrorthriller mit hohem Spannungsfaktor in der Realwelt angesiedelt und daher umso beklemmender. Für Genre-Fans ein Must-have. Leser, die gerne etwas Neues ausprobieren wollen, müssen schon ein bisschen hartgesotten sein.

Ich mag halt das kleine Format nicht so. Deshalb gebe ich 4/5 Sterne und empfehle diesen Juli-Hit allen Thriller- und Horror-Fans ohne Einschränkungen.

Als die Bataver den Römern den Krieg erklärten

Das auf drei Bände angelegte Werk Auguria von Peter Nuyten ist eine großartig recherchierte Graphic Novel, die die Ereignisse nach dem Tod Neros 68 n. Chr. aufgreift. Mit zahlreichen erklärenden Texten und bildhaften Zeichnungen wird das Römische Reich zum Leben erweckt. Mehr noch als nur das, auch das Interesse am Nachforschen über die historischen Hintergründe erwacht. Wenn ein geschriebenes Werk dies schafft, dann kann ich nur von einer fantastischen Lektüre berichten.

Auguria führt ins an die Grenze zwischen dem Römischen Reich und seinen germanischen Nachbarstämmen im Jahr 69 n. Chr. Nero ist gestorben und es gibt die bekannten Kämpfe um das Kaisertum in Rom und der ganzen bekannten Welt. Wir steigen ein in das Vierkaiserjahr und erleben den Kampf von Vitellius und Vespasian um die Vorherrschaft. Allerdings ist dies nur die Rahmenhandlung, denn eigentlich geht es Peter Nuyten um die Bataver.

Inhalt

Die Bataver sind in Rebellionsstimmung. Das Römische Reich nimmt ihnen die Freiheit und immer wieder werden ihre Söhne in die römische Armee zwangsrekrutiert, um Streitigkeiten im fernen Rom auszufechten. Der geschasste römische Offizier Julius Civilis möchte sich ebenfalls am Reich rächen. Gemeinsam wird ein Aufstand geplant, der schon schnell viele germanischen Stämme erfasst und Rom in Bedrängnis bringen sollte. Immerhin hat eine Auguria (Seherin) der Germanen einen glücklichen Verlauf der Rebellion vorausgesagt.

Rezension

Mich hat sofort die gründliche Recherche von Peter Nuyten beeindruckt, der in einem wissenschaftlichen Literaturverzeichnis am Ende der Graphic Novel deutlich macht, welche Quellen er konsultiert hat, um diese Geschichte aufzuschreiben. Es ist eine mehr als ausführliche Literaturliste. Respekt!

Die Zeichnungen sind klassisch-realistisch gehalten und passen sehr gut zum Thema. Mir gefallen die harten Gesichtszüge der Germanen und der römischen Truppen im Vergleich zu den weichen Formen der Aristokratie in Rom, die selten mit einem entbehrungsreichen Leben konfrontiert war. Die Farben sind matt, ein bisschen düster. Eben der regnerischen germanischen Heimat ähnelnd.

Auf einer angehängten Karte zum Bataveraufstand habe ich erkannt, dass meine Vorfahren wohl zum Stamm der Chatten gehörten. Ich recherchiere das weiter, denn die Graphic Novel hat mir Lust darauf gemacht.

Die Texte sind sehr ausführlich. Sprechelemente sind erklärend und der Leser erfährt enorm viel über die Zeit und Denkweise der Römer, aber auch der Germanen. Darüber hinaus gibt es viele Erklärungen in Textboxen und am Ende ein ausführliches Glossar.

Die Geschichte der alten Germanen mit ihren Göttern und Sehern, ihrer rudimentären Gesellschaft und ihren Ritualen begeistert von alleine. Nuyten gelingt es den historischen Fakten und Figuren Leben einzuhauchen. Meisterhaft verknüpft er seine fiktiven Elemente mit der echten Geschichte.

Immer wieder kommt es zu erzählerischen Höhepunkten und als Leser hat man das Gefühl, dass nun der Klimax der Geschichte kommt. Im nächsten Moment realisiere ich aber, dass ja noch zwei Bände kommen.

Wirkung

Die Geschichte ist hervorragend erzählt und sehr solide verwoben mit dem Schauplatzwechsel zwischen Germanien und Rom. Aber die Erzählweise ist es, die mich wirklich gepackt hat. Ich habe große Lust mehr über die germanischen Einflüsse in die römische Geschichte zu erfahren, alleine schon, weil ich das Gefühl habe, viel zu wenig darüber zu wissen.

Deshalb begeistert mich auch die Recherche, die Peter Nuyten in das Werk hineingesteckt hat. Er hat wirklich alles herausgeholt, was erzählerisch möglich war.

Fazit

Die Graphic Novel kann ich bedingungslos empfehlen. Ich liebe sie über alles und würde sie am liebsten gleich noch einmal lesen. Ich glaube durchaus, dass der Leser ein gewisses historisches Interesse haben sollte, ansonsten wird es wohl nichts. Aber für mich gehörte sie bisher 2019 zu den besten Sachen, die ich gelesen habe.

Da das alles sehr stimmig ist, vergebe ich an dieser Stelle erstmals 5/5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung. Die Zuschauer von historischen Serien wie Britannia auf Sky werden genau diese Graphic Novel ebenso lieben, wie ich es tue.

Integralausgabe: Venezianische Affären 1 (Panini Comics)

Die Venezianischen Affären des Zeichner- und Autorenduos Éric Warnauts und Guy Raives kommt uns nun als Integralausgabe von Panini Comics über den Weg gelaufen. Und genau an dieser Stelle heißt es zupacken, Freunde! Es handelt sich um eine grandiose Geschichte, die den Leser in das Venedig des frühen 18. Jahrhunderts zurückführt.

Das sehr textreiche Werk besticht durch tolle Sequenzen und die Zeichnungen sind optimal gelungen, sehr klar und von großer Ausdrucksstärke. Die französische Originalausgabe umfasste neun Bände. Die Integralausgabe beinhaltet nun immer drei Bände, so dass von insgesamt drei Bänden auszugehen ist. Der zweite Band ist von Panini bereits für November 2019 angekündigt!

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Klassiker ReRead #3: Bruno Brazil 1 – Der Hai, der zweimal starb

Heute beschäftige ich mich mit einem echten Klassiker der Comicliteratur. 1967 erschien erstmals die Agentenreihe Bruno Brazil, die sich zu einem großen Erfolg für das Duo Louis Albert und William Vance entwickeln sollte. Die Szenarien erinnern sehr stark an die um ein paar Jahre ältere Filmreihe James Bond und sind thematisch an diese angelehnt.

Der All Verlag, der sich ja auch schon der Reihe um den Weltraumhelden Luc Orient angenommen hat, kommt nun mit einer Neuauflage in 11 Bänden von Bruno Brazil. Der erste Band Der Hai, der zweimal starb feierte nun seine Neuveröffentlichung.

Die Geschichten sind in die Jahre gekommen, aber ihren Charme und ihren Reiz haben sie nicht verloren. Sicherlich können sich junge Leute heutzutage nicht mehr leicht in die Welt von Bruno Brazil eindenken, aber wenn man sich darauf einlässt, wird man von einer fantastischen Welt voller Spionage und Agenten in Empfang genommen.

Inhalt

Bruno Brazil erhält den Auftrag den plötzlich aufgetauchten Nazi-Kriegsverbrecher Schellenburg, der nach einem Unfall im Krankenhaus gelandet ist, für den Geheimdienst zu sichern. Schellenburg entkommt aber in den südamerikanischen Staat Caraguay. Dort geht es plötzlich um viel Gold und ein versunkenes U-Boot aus dem Zweiten Weltkrieg. Bruno Brazil muss einige Hindernisse überwinden, um Licht in die Angelegenheit zu bringen.

Gefällt euch die Rezension? Lest sie zu Ende auf meiner Webseite Comanga.

Das blutige Erben der Azteken – Die Treibjäger 2

Lange habe ich auf den zweiten Teil der Treibjäger warten müssen, aber nun war der Moment endlich gekommen und ich habe mich sofort auf den zweiten Band gestürzt. Das Cover wirkt erneut sehr ansprechend und ich bin von der Geschichte ja schon im ersten Band sehr begeistert gewesen.

Wir erinnern uns kurz zurück – und das finde ich wirklich blöd, wenn so viel Zeit zwischen den Bänden liegt – es tobt in Europa der niederländisch-englische Krieg und die Engländer sind in einer verzweifelten Lage. Sie beschließen eine Expedition nach Mittelamerika loszuschicken, um eine Waffe der Götter zu finden, die bereits von den Azteken benutzt worden sein soll. Soweit nur grob.

Nun geht die Geschichte also weiter. Der Kampf um diese Götterwaffe entbrennt, da sich mehrere Parteien um den Besitz streiten.

Inhalt

Unsere Helden sind also in Mittelamerika und müssen sich gegen eine feindliche Partei behaupten. Dabei brechen nicht nur mit den Gegnern tiefe Gräben auf. Auch die eigene Gruppe ist sich nicht wirklich einig. Als der Kampf um die Vorherrschaft tobt taucht das Monster erstmals auf. Wir hatten es im ersten Band kaum zu sehen bekommen.

Gefällt euch die Rezension bis hierher? Dann könnt ihr auf meiner Webseite weiterlesen. Besucht mich bei Comanga!

Cross Cult nimmt den Kampf gegen die künstliche Intelligenz auf – Message 1: Loading

Mit Message rufen die beiden jungen deutschen Autorinnen Cristin Wendt und Ronja Büscher eine Science-Fiction-Serie ins Leben, die es in sich hat. In einem gelungenen Stilmix werden auch die Fans von Anime und Manga gleich mit angesprochen von dieser Graphic Novel. Die Zeichnungen sind deutlich inspiriert vom japanischen Zeichenstil. Dabei ist auch eine gehörige Portion Kritik an der Gesellschaft mit an Bord.
 
Inhalt
 
Die künstliche Intelligenz KIEM wurde von den Menschen geschaffen, um die globale Umweltkatastrophe zu verhindern. KIEM funktioniert so gut, dass sie schnell die größte Bedrohung für den Planeten ausmacht – den Menschen. Es beginnt nun der Kampf zwischen Mensch und Maschine in einer dystopischen Landschaft, gepaart mit wundervollen Zeichnungen.
Habt ihr Lust bekommen, die Rezension weiterzulesen? Dann klickt einfach auf den Link zu meiner Webseite.