Lonesome – Einsamer Rächer im winterlichen Kansas

Da der Winter auch in diesem Jahr wieder nicht so richtig zu uns kommen will, holen wir uns die harte aber gemütliche Jahreszeit einfach ins Haus. Der belgische Comickünstler Yves Swolfs hat wieder zugeschlagen. Nach seinem Riesenerfolg Durango erfreut er uns wieder mit einer knallharten Western-Geschichte, die allen Durango-Fans endlich die Entzugserscheinungen nehmen wird.

Der 1955 in Brüssel geborene Swolfs hat ein Abonnement auf rachsüchtige Antihelden. In Durango war das in einem zeitlich später angesiedelten Plot der Fall. Ebenso bei seinem Ausflug ins Vampir-Genre mit Der Prinz der Nacht. Damit wären auch seine beiden großen Erfolgsserien genannt. Lonesome macht darauf aufmerksam, dass sich diese Geschichte anschicken wird, die großen Fußstapfen zu füllen. Mehr Informationen zum Autor findet ihr hier.

Inhalt:

Wie ein drohendes Unwetter zieht der amerikanische Bürgerkrieg am Horizont auf. Ein einsames Städtchen in den verschneiten Ebenen von Kansas wird vom Hassprediger Markham und seiner fanatischen Horde terrorisiert. Bis zu dem Tag, als ein namenloser Reiter in der Gegend erscheint. Dieser Lonesome Cowboy verfolgt einen dantesken Rachefeldzug, der ihn bis über die Grenzen des Übernatürlichen führen wird…

Rezension:

Die Geschichte packt und fesselt den Leser sofort. Es beginnt mit der knallharten Action, die Swolfs-Fans erwarten dürfen. Swolfs fackelt nicht lange und beweist, was für ein ergreifender Geschichtenerzähler er sein kann. Schon hier wird schnell klar: wer Durango geliebt hat, wird überglücklich mit Lonesome sein.

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Abbildungen, Cover & Inhaltsangabe © Splitter-Verlag

Die Farben sind zurückhaltend und bedächtig gewählt. Das Werk hat den Anschein ganz klassisch aufzutrumpfen. Der Zeichenstil ist unheimlich detailreich und realitätsnah. Der Leser wird in die Geschichte hineingezogen und befindet sich schließlich in einem Kinofilm, in dem keine Sekunde Langeweile aufkommt.

Die Anlehnung an den Italo-Western der 60er und 70er Jahre kommt nicht überraschend. Auch Durango hatte diese Clint Eastwood-Elemente bereits, während Lonesome einige spezielle Kennzeichen, wie beispielsweise der Fokus auf ein Augenpaar, übernimmt. Auch die Hauptfiguren ähneln sich stark, so dass der Eindruck entsteht, Swolfs wollte in dieser Serie noch einmal etwas Großes schaffen und an bisherige Erfolge anknüpfen.

Der Cliffhanger zum Ende der Geschichte ist so ausgeprägt, dass schon jetzt gespannt auf den zweiten Band gewartet werden kann. Ich habe schon einmal meine Wunschliste für 2019 erstellt.

Fazit:

Wenn es draußen schon dunkel ist, sollte man sich in eine wohlige Decke eingehüllt ein paar Kerzen anzünden. Die Atmosphäre dürfte dann dem Kansas von 1861 recht ähnlich sein. Es ist das ideale Setting, um diesen Band zu genießen, der Western-Abenteuer vom Feinsten bietet. Ich kann diese Graphic Novel uneingeschränkt empfehlen. Mein Lesespaß war ausufernd.

Swolfs, Yves; Lonesome 1: Die Spur des Predigers. Erschienen am 18.09.2018 im Splitter-Verlag. 56 Seiten.

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