Historisch-mystisches Japan in neuem Gewand

In der neuen Geschichte Kinder des Fegefeuers der japanischen Mangaka KarakaraKemuri geht es um eine Episode der japanischen Geschichte, die aufgepeppt mit Magie, Mystik und Fantasy den neuen Leser oder auch die Fans ihrer Erfolgsserie Unterm Wolkenhimmel begeistern werden.

Das Opening von Kinder des Fegefeuers ist von epischer Breite. Mit prachtvoll ersten Zeichnungen wird in die japanische Historie eingeführt. Die Geschichte ist im Jahr 1600 angelegt und funktioniert somit als Prequel zu Unterm Wolkenhimmel. Erfolgreiche Filmreihen und Serien machen es vor. Wenn eine Geschichte zu Ende geht, kann ein Prequel die darbenden Fans durchaus noch über einen gewissen Zeitraum zufriedenstellen.

Inhalt:

In Ohmi, wo nie die Sonne durch die dunklen Wolken bricht, liegt ein okkulter Schrein. Man sagt, dort lebt ein Zwillingspaar, das dem Fegefeuer entsprungen ist. Ein geheimer Auftrag hat den jungen Samurai Sakichi dorthin geführt. Angeblich wird er hier die Totenkopf-Hozuki finden, ein mächtiges Artefakt. Aber was genau ist das überhaupt? Die Zwillinge wissen es, aber Sakichi ahnt nicht, in welch Teufels Stricke er sich mit ihnen begeben hat.

Cover, Abbildungen & Inhalt © KAZÉ

Rezension:

Der Held der Geschichte ist Sakichi. Als Samurai dient er als Gefolgsmann seinem Landesherren. Sakichi ist ehrenhaft und loyal. Das zieht sich durch die ganze Geschichte durch.

Die Kumo-Zwillinge dagegen sind das bloße Gegenteil von Sakichi. Sie sind negative Figuren der Geschichte, auch wenn es nicht langweilig wird, wenn sie in der Geschichte ihre Auftritte haben.

Kunitomo Tobe dagegen scheint ganz auf der Wellenlänge von Sakichi zu liegen. Wenn sich hier nicht noch eine Love-Story entwickelt. Yuma vom Kunitomo-Clan scheint aber kein Freund von Sakichi werden zu können. Er hat das Wort „Rivale“ förmlich auf die Stirn tätowiert.

Die Geschichte bindet im ersten Band, auch wenn die Handlung manchmal droht etwas seicht zu werden. Es gibt viele Hinweise darauf, dass sich die volle Story erst in den kommenden Bänden wirklich entwickeln wird. Es müssen nun zunächst einmal die Hauptfiguren eingeführt werden.

Die Mischung aus Fantasy und Historie funktioniert für die Geschichte. Das historische Japan ist ein wunderbares Setting für die Heldensage, die sich zweifellos entwickeln wird. Legendenhafte Schlangen, Totenköpfe und seltsame Artefakte sorgen für Spannung.

Die Perspektive der Geschichte ist bisher nur einseitig. Es wird lediglich aus der Sichtweise von Sakichi erzählt. Das ist im ersten Band vielleicht aber auch noch nicht anders möglich.

Die Zeichnungen sind durchaus sehr anspruchsvoll und geben dem Manga ebenfalls einen gebührenden Hintergrund. Da die Geschichte aber sehr ernsthaft angelegt ist, stören mich die Chibi-Zeichnungen zwischendurch ein bisschen. Ich finde sie an den entsprechenden Stellen extrem unnötig. Das Potenzial der Geschichte reicht aus, auch ohne gekünstelte Slapstick-Einlagen auszukommen.

Fazit:

Die Story hat mich gefesselt und ich will absolut weiterlesen. Ich erwarte Großes in den nächsten Bänden und habe eine entsprechend hohe Erwartungshaltung. Wenn die Chibi-Zeichnungen nicht wären und die Geschichte noch ein bisschen dichter wird, sind 5 von 5 Punkten mehr als möglich. Eigentlich ist dieser Manga genau mein Ding, dennoch gebe ich bisher 4 von 5 Punkten. Aber eine dicke Leseempfehlung muss ich aussprechen. Eine Leseprobe findet ihr bei KAZÉ.

Ich bestelle jetzt sofort Band 2 und 3, die gibt es nämlich auch schon. Band 4 ist angekündigt und wird im April 2019 erscheinen.

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