Die Ritter von Heliopolis 1 – Düsterer Auftakt und schwarze Magie

Das Setting der Geschichte führt den Leser nach Frankreich in das Zeitalter der Französischen Revolution. Es handelt sich um eine sehr düstere und beklemmende Geschichte, die das hässliche Gesicht der damaligen Zeit schonungslos offenbart. Weiterlesen „Die Ritter von Heliopolis 1 – Düsterer Auftakt und schwarze Magie“

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Von Drachen und Regenschirmen – die Serienstarts Februar 2019 bei Cross Cult

Cross Cult ist bekannt für spannende Manga-Reihen und gleichzeitig auch ein breites Angebot am Graphic Novels. Der Monat Februar wartet mit zwei interessanten Serienstarts auf, die ich mir nicht entgehen lassen werde. Vielleicht habt ihr ja auch Lust auf die beiden Reihen.

Quin Zaza – Die letzten Drachenfänger 1 (Fantasy, 210 Seiten, 10 €)

Hier spielt sich die Action über den Wolken ab, denn für die Crew eines Luftschiffes besteht ihre Beschäftigung darin Drachen zu fangen und sie meistbietend zu verwerten. Aber die Jagd auf die Drachen ist gefährlich und kann auch eine erfahrene Crew in Schwierigkeiten bringen.

Taku Kuwabara erschafft hier eine Serie, die stark an klassische Walfänger erinnert. Nur das die Geschichte nun in die Lüfte verlegt worden ist und sich daher auch mit Drachen als Alternative zum Wal beschäftigt. Wer reinschnuppern möchte, kann dies mit der Leseprobe auf der Verlagsseite tun.

Ich weiß noch nicht genau, ob ich Spaß an Moby Dick in den Wolken haben werde. Es ist aber ein Aufhänger für mich, die japanischen Walfanggepflogenheiten noch einmal aktuell unter die Lupe zu nehmen.

The Umbrella Academy Neue Edition 1 – Weltuntergangs Suite (Fantasy, Action, Adventure, 192 Seiten, 22 €)

Wir befinden uns in einer alternativen Realität, in der sieben KInder mit außergewöhnlichen Fähigkeiten geboren werden. Als Kinder sind sie Superhelden, aber als Erwachsene verlieren sie ihre Bindung und das Team wird aufgelöst. Als ihr Mentor Sir Reginald Hargreeves dann aber verstirbt, kreuzen sich ihre Wege erneut.

Gerard Way ist Sänger der Band „My Chemical Romance“ und hat die Story dieses Erfolgscomics erdacht. Gabriel Bá ist Zeichenstar. Gemeinsam haben sie bereits viele Auszeichnungen erhalten und nun legt Cross Cult die Serie in einer neuen Edition wieder auf. Ihr findet die Leseprobe hier.

Die Zeichnungen haben mich beim ersten Anblick nicht umgehauen, aber dennoch erwarte ich sehr viel von diesem Werk. Ja, es handelt sich um Superhelden, aber nicht die, die wir in letzter Zeit im Kino ständig treffen. Ich freue mich jetzt schon auf zwei bis drei Leseabende.

Flash Gordon – Star Wars in den Kinderschuhen

Heute wird es richtig nostalgisch. Flash Gordon ist eine der beiden Sci-Fi-Figuren, die das Genre in den ersten Tagen prägten. Neben Buck Rodgers, der übrigens zuerst da war, übernahm Flash Gordon den Part des ultimativen Helden, der aber ganz menschlich daherkommt. Seine Abenteuer auf dem Planeten Mongo sind der Ursprung zahlreicher Science-Fiction-Phantasien, die wir als cineastisch aufbereitete Epen bereits seit Jahrzehnten genießen können.

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Lonesome – Einsamer Rächer im winterlichen Kansas

Da der Winter auch in diesem Jahr wieder nicht so richtig zu uns kommen will, holen wir uns die harte aber gemütliche Jahreszeit einfach ins Haus. Der belgische Comickünstler Yves Swolfs hat wieder zugeschlagen. Nach seinem Riesenerfolg Durango erfreut er uns wieder mit einer knallharten Western-Geschichte, die allen Durango-Fans endlich die Entzugserscheinungen nehmen wird.

Der 1955 in Brüssel geborene Swolfs hat ein Abonnement auf rachsüchtige Antihelden. In Durango war das in einem zeitlich später angesiedelten Plot der Fall. Ebenso bei seinem Ausflug ins Vampir-Genre mit Der Prinz der Nacht. Damit wären auch seine beiden großen Erfolgsserien genannt. Lonesome macht darauf aufmerksam, dass sich diese Geschichte anschicken wird, die großen Fußstapfen zu füllen. Mehr Informationen zum Autor findet ihr hier.

Inhalt:

Wie ein drohendes Unwetter zieht der amerikanische Bürgerkrieg am Horizont auf. Ein einsames Städtchen in den verschneiten Ebenen von Kansas wird vom Hassprediger Markham und seiner fanatischen Horde terrorisiert. Bis zu dem Tag, als ein namenloser Reiter in der Gegend erscheint. Dieser Lonesome Cowboy verfolgt einen dantesken Rachefeldzug, der ihn bis über die Grenzen des Übernatürlichen führen wird…

Rezension:

Die Geschichte packt und fesselt den Leser sofort. Es beginnt mit der knallharten Action, die Swolfs-Fans erwarten dürfen. Swolfs fackelt nicht lange und beweist, was für ein ergreifender Geschichtenerzähler er sein kann. Schon hier wird schnell klar: wer Durango geliebt hat, wird überglücklich mit Lonesome sein.

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Abbildungen, Cover & Inhaltsangabe © Splitter-Verlag

Die Farben sind zurückhaltend und bedächtig gewählt. Das Werk hat den Anschein ganz klassisch aufzutrumpfen. Der Zeichenstil ist unheimlich detailreich und realitätsnah. Der Leser wird in die Geschichte hineingezogen und befindet sich schließlich in einem Kinofilm, in dem keine Sekunde Langeweile aufkommt.

Die Anlehnung an den Italo-Western der 60er und 70er Jahre kommt nicht überraschend. Auch Durango hatte diese Clint Eastwood-Elemente bereits, während Lonesome einige spezielle Kennzeichen, wie beispielsweise der Fokus auf ein Augenpaar, übernimmt. Auch die Hauptfiguren ähneln sich stark, so dass der Eindruck entsteht, Swolfs wollte in dieser Serie noch einmal etwas Großes schaffen und an bisherige Erfolge anknüpfen.

Der Cliffhanger zum Ende der Geschichte ist so ausgeprägt, dass schon jetzt gespannt auf den zweiten Band gewartet werden kann. Ich habe schon einmal meine Wunschliste für 2019 erstellt.

Fazit:

Wenn es draußen schon dunkel ist, sollte man sich in eine wohlige Decke eingehüllt ein paar Kerzen anzünden. Die Atmosphäre dürfte dann dem Kansas von 1861 recht ähnlich sein. Es ist das ideale Setting, um diesen Band zu genießen, der Western-Abenteuer vom Feinsten bietet. Ich kann diese Graphic Novel uneingeschränkt empfehlen. Mein Lesespaß war ausufernd.

Swolfs, Yves; Lonesome 1: Die Spur des Predigers. Erschienen am 18.09.2018 im Splitter-Verlag. 56 Seiten.

Der Triumph des Herzens

Dieser Text soll kein epochales Werk zur Lage der Gesellschaft werden, aber das spannende Geschichtswerk Das Herz der Amazonen aus dem Splitter-Verlag bietet doch mehr an als nur das immer wiederkehrende Gemetzel des Trojanischen Krieges. Es kommt auf die feinen Untertöne an.

Titel: Das Herz der Amazonen

Autoren/Zeichner: Geraldine Bindi / Christian Rossi

Verlag: Splitter

Erschienen am: 22.10.2018

Seiten: 160

Preis: 29,80 €

Die Geschichte des Trojanischen Krieges ist scheinbar schon zu oft erzählt worden. Die Charaktere sind bekannt und es bleibt nur noch wenig Neues zu entdecken. Nun aber wirft das Duo Bindi/Rossi eine Nebenhandlung auf den Markt, die noch nicht so stark bearbeitet worden ist.

Inhalt:

Zu Beginn des Frühlings feiert der stolze Stamm der Amazonen jedes Jahr das Blumenfest, eine feierliche Zeremonie des Lebens und der Fruchtbarkeit, die für ihre Nachkommenschaft notwendig ist: Wie jedes Jahr entführen die kriegerischen Frauen einige Dutzend Männer, um mit ihnen die nächste Generation des Stammes zu zeugen. Einzig Penthesilea, die junge Königin der Amazonen, findet erneut keinen Mann, der ihrer würdig wäre. Nicht weit entfernt liegt jedoch die Stadt Troja, wo ein Krieg um die griechische Prinzessin Helena entbrannt ist. Und ein von den Göttern begünstigter Krieger namens Achilles weckt die Aufmerksamkeit Penthesileas…

Inhaltsangabe & Abbildungen © Splitter-Verlag

Rezension:

Christian Rossi taucht die Geschichte in wundervolle Sepia-Töne und wechselt Licht und Schatten so geschickt ab, dass eine ganz eigene Atmosphäre entsteht. Das Altertum scheint sich vor dem Leser aus dem Erdboden zu erheben, leicht angestaubt, aber doch lebendig. Das Minenspiel der Gesichter verdient dabei die besondere Beachtung und gelingt Rossi nicht zum ersten Mal ausgezeichnet. Der Band weist auffallend viele große Panels auf, so dass ein zweites Hinschauen unbedingt angeraten wird, um wirklich auch die liebevollen Details zu entdecken.

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Geraldine Bindi erzählt eine Geschichte einer Frauenkolonie, die einst den Männern, nach unsäglichem Leiden, entsagt hat. Die Amazonen sind trainierte Kriegerinnen, denn sie müssen sich verteidigen. Sie sind aber keinesfalls Superhelden. Das macht die Geschichte authentisch.

Für Männer haben sie nur Geringachtung und sie nutzen den Mann lediglich als Fortpflanzungswerkzeug. Nach der erfolgreichen Befruchtung werden die Männer grausam hingerichtet. Eine besondere Rolle nimmt in dem Buch das Blumenfest ein, bei dem gefangen genommene Männer in das Fruchtbarkeitsritual der Amazonen einbezogen werden. Hier wird vom Autorenteam nicht vor graphischen Darstellungen zurückgeschreckt. Eindeutig sexuelle Handlungen sind offensichtlich. Das muss aber auch so sein, denn der Realitätswert gebietet dies an dieser Stelle. Hier kann das Buch aber sicherlich nicht alle Leser ansprechen.

Am Ende werden diese sexuellen Themen immer mehr in den Hintergrund gedrängt von wichtigen Fragen wie etwa dem Verfallsdatum einiger Wertvorstellungen, die die Gemeinschaft der Amazonen bis zu diesem Zeitpunkt verfolgt hat. Ein Wandel setzt ein, wenn sich Königin Penthesilea plötzlich entscheidet ihren neugeborenen Sohn nicht zu töten, wie bisher üblich. Der Leser erkennt schnell, dass hier ein Gesellschaftsbild ins Wanken gerät und am Ende umgestürzt wird. Dabei bleiben die Anhänger der alten Ordnung auf der Strecke. Aber ist es nicht immer so?

Fazit:

Die Geschichte regt zum Nachdenken an. Es geht um Frauen- und um Männerbilder in der Gesellschaft und wie sich deren Rollen verändern können. Dominiert zu Beginn noch Sex und Gewalt, so verändert sich auch der Erzählstil. Es geht im letzten Drittel fast nur noch um die Werte und Normen.

Es ist äußerst spannend und unterhaltsam den Trojanischen Krieg nur als Nebenschauplatz zu erleben. Der Leser sieht das zerstörte Troja, auch die Griechen kämpfen gegen die Amazonen und Achill spielt als Liebhaber Penthesileas eine tragende Rolle, aber eigentlich steht die Gesellschaft der Amazonen im Mittelpunkt. Trotz des von Männerhand erfahrenen Leids, können die Amazonen am Ende ihr eigenes Herz nicht besiegen und lassen sich wieder auf eine Gesellschaft mit Männern, zunächst in der Form des Königssohnes ein.

Die Graphic Novel ist klar im Geschichts-Genre angelegt und dürfte Historienfans zufriedenstellen. Wer sexuelle Darstellungen nicht schätzt, muss sich weiterhin hinter den trojanischen Mauern verschanzen und die Finger von diesem Werk lassen. Steht man der Sache aber offen gegenüber, wird sich eine Geschichte voll von Leid und Leidenschaft ausbilden, die mehr als nur lesenswert erscheint.

Die Treibjäger: Die vergessene Waffe der Götter (Band 1)

Der Seekrieg zwischen den Niederlanden und England in der Mitte des 17. Jahrhunderts war eine scharfe Auseinandersetzung um Handels- und Wirtschaftsmonopole. Er dient diesem wunderbaren Werk als Kulisse. Mit einer großen Dynamik und einer stets anhaltenden Spannung führt das Autorenduo Tirso und David Muñoz den Leser in ein großes Abenteuer, dessen Ausmaße dieser Band noch gar nicht deutlich machen kann.

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