Vampire und Liebe – Devils Line 1 bringt Twilight in Manga-Form

Mit Devils Line 1 hat Kazé eine neue Serie installiert, die sich gleich in zwei Genres behaupten will. Durch die Vampir-Thematik spielt der Manga mit dem Horror-Bereich, während es sich eigentlich um eine Liebesgeschichte handelt. Der Vampir, der sich zurückhält, weil er einen Menschen liebt, gleichzeitig aber Vampire jagt, die ihrerseits deutlich skrupelloser ans Werk gehen. Das kommt mir alles sehr bekannt vor. Twilight – Biss zum Morgengrauen lässt grüßen.

Die Story ist also schon einmal wenig originell, aber wird durch die wundervollen Zeichnungen von Ryo Hanada durchaus noch einmal aufgewertet. Ich mag den weichen Stil der Autorin sehr, der die Figuren erwachsener wirken lässt. Das hat für mich den Manga ein wenig am Leben gehalten.

Inhalt

Yuki Anzai ist Mitglied der Polizei und gleichzeitig ein Vampir. Er ist darauf spezialisiert seine Artgenossen zu jagen, die immer wieder einmal ein abscheuliches Blutbad anrichten. Als er auf die Studentin Tsukasa trifft verändert sich für ihn die Welt, denn er empfindet schnell Zuneigung zu der jungen Dame, die ihrerseits sich irgendwie zu dem bedrohlichen Wesen hingezogen fühlt.

Yuki kann sich gerade noch beherrschen und fällt nicht über Tsukasa her. Fortan beobachtet er sie und sitzt gelegentlich auf ihrem Balkon. Und auch Tsukasa gewöhnt sich an den Vampir zunehmend.

Rezension

Es handelt sich mit dem Vampirgenre um einen Teilaspekt der Horrorliteratur, die durchaus schon ausgiebig beackert wurde. Es ist also nicht einfach eine neue originelle Story zu erfinden, die den Leser gleich packt. Ryo Hanada hat es nicht geschafft. Ich hatte mir erhofft, dass es wirklich spannend zugehen würde und das fand ich überhaupt nicht. Erst am Ende nahm die Geschichte etwas Fahrt auf.

Die Liebesgeschichte war standardisiert und hatte eben doch viel von Twilight. Auch das hat mich nicht umgehauen und führt wohl schließlich dazu, dass ich diesen Manga nicht weiterlesen werde. Die Geschichte ist eher etwas für Leser, die heiße Vampire und ihnen verfallende junge Mädchen gern haben. Dann kann man sicherlich mit dem Manga leben. Ryo Hanada schreibt als junge Frau für noch jüngere Frauen. Das erklärt, warum es mir nicht gefallen hat.

Die Zeichnungen von Hanada dagegen sind wunderschön und Manga in reinster Form. Immer wieder wechseln sich weiche Zeichnungen von Figuren mit absoluten Horrorbildern ab und man erstarrt doch beim Anblick der schönen, aber auch der schrecklichen, Bilder.

Ryo Hanada (rechts) ist auch bei Twitter. Folgt ihr doch @owsshanada

Wirkung

Ich musste feststellen, dass der Manga nicht für mich geschrieben ist und das ist auch ok so. Ich werde die Serie abbrechen, da mich die Geschichte nicht gepackt hat. Ich stelle dabei eben immer wieder fest, dass ich nicht vorbehaltlos alle Kategorien lesen kann.

Fazit

Wer Twilight mochte, wird mit Devils Line sehr gut klarkommen. Sicherlich wird eine Zielgruppe Mädchen zwischen 15 und 25 hier voll abgeholt. Und genau für diese Zielgruppe kann ich den Manga empfehlen.

Die anderen Leser sollten sich eher anderen Dingen zuwenden. Ich vergebe 2,5 von 5 Sternen, wegen der sehr schönen Zeichnungen, deren Bewunderung hier nicht unter den Tisch fallen soll. Es handelte sich mit Sicherheit um keinen Fehlkauf, denn ich habe den Manga ja schließlich bis zum Ende gelesen, aber packen konnte mich die Geschichte nicht so richtig.

Zu einer Leseprobe geht es hier!

Insgesamt wird es 13 Bände geben, dann ist die Reihe abgeschlossen.

© Kazé Deutschland (Cover)

Devils Line 1

Ryo Hanada

232 Seiten

Softcover

Fantasy, Mystery, Romance

14-17 Jahre (Altersempfehlung vom Hersteller)

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Ex-Arm 1 – Die verbotene Waffe

Mit Ex-Arm 1 bringt Cross Cult einen neuen Techno-Science-Fiction als Serie in die deutschen Buchläden. Die Geschichte spielt in der Zukunft, so dass sich der Leser auf zahlreiche innovative Zeichenelemente freuen darf. Die Serie ist auf sechs Bände ausgelegt und sorgt für reichlich Spannung und Action.

Story

Akira Natsume ist ein ganz gewöhnlicher Junge an einer japanischen Highschool. Moment mal, nicht ganz gewöhnlich, denn er tut sich schwer damit eine Freundin zu finden. Außerdem gilt er als Sonderling, da er Technologie in jedweder Form ablehnt.

Als er an einem Abend in Tokio versucht einem Mädchen in Bedrängnis zu helfen, wird er von einem Lastwagen angefahren und vermutlich dabei getötet. Als sein Gehirn wieder aufwacht, sind 16 Jahre vorbei und er befindet sich in einer hochtechnologisierten Zukunft. Und dazu noch mitten in einem Gangsterkrieg.

Habt ihr Lust bekommen, die restliche Rezension auch zu lesen, dann geht einfach auf meine Webseite. Hier ist der Link zu Comanga

6th Bullet – Action pur mit großen Kalibern

Mächtige Wummen. In jeder Beziehung. Yusuke Osawa, uns bekannt als Autor der Mangareihe Green Worldz, lässt es in 6th Bullet richtig krachen. Es gibt viel Action, viele Brüste und große Knarren. Und das in jedem Kapitel wieder aufs Neue.

Ihr hört es schon heraus. Ich habe mich ein bisschen schwer getan mit diesem Manga, der als One-Shot daherkommt. Ich habe mich zunächst sehr gefreut über die pralle Ladung mit 388 Seiten, aber ich wusste noch nicht, welch andere pralle Ladungen mir aufgetischt werden sollten.

Aber ich berichte mal der Reihe nach…

Story

Es geht um Futo, der in die High School geht und dort im Basketballteam spielt. Futo hat das Problem, dass er mächtig gemobbt wird innerhalb seines Teams. Er wird zusammengeschlagen und erniedrigt. Für Futo natürlich ein mächtiges Problem, mit dem er umgehen muss. Zufällig macht er die Bekanntschaft von Kuroe, die ihn in eine neue Welt einführt – in die Welt von AMMOnymous…

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Der Mann meines Bruders 01 – Rührselig und Nachdenklich

Bei der neuen Manga-Reihe Der Mann meines Bruders aus dem Carlsen Manga-Sortiment handelt es sich um ein behutsames Herantasten an große Gefühle. Die homosexuelle Liebe zwischen dem Japaner Ryoji und dem Kanadier Mike ist zum Zeitpunkt des Erzählstarts bereits beendet, da Ryoji verstorben ist, ist aber die Triebfeder aller Handlungen und Gefühle, die in diesem Werk auf den Leser hereinprasseln.

Das Thema Homosexualität ist ohnehin kein unvorbelastetes Sujet, aber besonders in Japan ist die Entwicklung im Rahmen der Gay Rights noch nicht besonders weit fortgeschritten. Gengoroh Tagame weiß um diesen Mangel der japanischen Gesellschaft und klagt dies mehrfach in diesem pädagogisch wertvollen Buch an.

Inhalt:

Yaichi lebt mit seiner Tochter Kana zusammen. Mike, ein stolzer Kanadier, steht plötzlich vor der Tür und ist für Yaichi kein Unbekannter. Er hat in Kanada Yaichis Bruder, Ryoji, geheiratet. Während Yaichi große Berührungsängste mit dem Thema Homosexualität hat, kann seine Tochter Kana völlig unverfangen mit Mike umgehen. Yaichi fängt an seine Einstellungen zu überdenken.

Rezension:

Sind homosexuell ausgerichtete Menschen andere Menschen? Nein, natürlich nicht. Aber dieses Vorurteil treibt Yaichi um und wir dürfen davon ausgehen, dass Yaichi an dieser Stelle für einen Teil der japanischen Gesellschaft steht. Als Mike zum ersten Mal im Leben von Kana und Yaichi auftaucht, weiß Yaichi nicht, wie er mit ihm umgehen soll. Vielleicht isst er ja auch anders oder hat seltsame Ansichten. Besonders problematisch hat es Yaichi, da er den Eindruck hat, Mike wäre ständig auf Männer scharf. Er fühlt sich zunächst unwohl.

Diese Gefühle sind verbreitet, aber letztendlich völliger Quatsch, wie dann auch im weiteren Verlauf der Geschichte immer wieder von Tagame ins rechte Licht gerückt wird. Mike beweist Yaichi, dass er seinen Bruder geliebt hat, aber dass er durchaus ein völlig normaler Mensch ist. Dieses Bewusstsein durchdringt Yaichi mehr und mehr, so auch den Leser.

Toll sind die kleinen Informationsseiten zwischen einzelnen Kapiteln. Hier erfährt der Leser sehr viel über die Gay Rights Bewegung und wie es dazu kommt, dass Mike auf dem Cover ein T-Shirt trägt, auf dem ein rosafarbenes Dreieck aufgedruckt ist. Dies war zunächst im Nationalsozialismus ein Schandmal für homosexuelle Menschen. Auch danach wurde es in negativer Bedeutung benutzt. In den 70er Jahren hat die Gay Rights-Bewegung dies aber umgekehrt und seitdem steht dieses Symbol für den Stolz, den die Träger damit verbinden.

Die Unbefangenheit der kleinen Kana soll sowohl Yaichi, als auch den Leser ein Vorbild sein. Sie mag Mike einfach nur weil er nett ist. Das sollte für uns alle das entscheidende Kriterium sein. Sie beweist ihrem Vater stets, was Offenheit bedeutet und interessiert sich offenbar für die Regelungen der anderen Länder, die das Thema freizügiger behandeln als Japan dies tut.

Fazit:

Wer Lust hat, sich mit dieser Thematik ein bisschen näher zu beschäftigen, kann in die Welt von Der Mann meines Bruders eintauchen. Die Geschichte wird sensibel und ruhig erzählt. Sexuelle Andeutungen sind vorhanden, bleiben aber bisher dezent im Hintergrund.

Ich kann den Manga empfehlen und vergebe an die intelligente Geschichte 4/5 Punkten. Das große Format gefällt mir sehr gut, die Geschichte wird fließend erzählt. Den Zeichenstil finde ich nicht überragend, aber wer bin ich schon, um dies zu beurteilen?

Tagame, Gengoroh: Der Mann meines Bruders 1. Carlsen Manga 2019. Ab 15 Jahren. 180 Seiten. 10,00 €.

Von Drachen und Regenschirmen – die Serienstarts Februar 2019 bei Cross Cult

Cross Cult ist bekannt für spannende Manga-Reihen und gleichzeitig auch ein breites Angebot am Graphic Novels. Der Monat Februar wartet mit zwei interessanten Serienstarts auf, die ich mir nicht entgehen lassen werde. Vielleicht habt ihr ja auch Lust auf die beiden Reihen.

Quin Zaza – Die letzten Drachenfänger 1 (Fantasy, 210 Seiten, 10 €)

Hier spielt sich die Action über den Wolken ab, denn für die Crew eines Luftschiffes besteht ihre Beschäftigung darin Drachen zu fangen und sie meistbietend zu verwerten. Aber die Jagd auf die Drachen ist gefährlich und kann auch eine erfahrene Crew in Schwierigkeiten bringen.

Taku Kuwabara erschafft hier eine Serie, die stark an klassische Walfänger erinnert. Nur das die Geschichte nun in die Lüfte verlegt worden ist und sich daher auch mit Drachen als Alternative zum Wal beschäftigt. Wer reinschnuppern möchte, kann dies mit der Leseprobe auf der Verlagsseite tun.

Ich weiß noch nicht genau, ob ich Spaß an Moby Dick in den Wolken haben werde. Es ist aber ein Aufhänger für mich, die japanischen Walfanggepflogenheiten noch einmal aktuell unter die Lupe zu nehmen.

The Umbrella Academy Neue Edition 1 – Weltuntergangs Suite (Fantasy, Action, Adventure, 192 Seiten, 22 €)

Wir befinden uns in einer alternativen Realität, in der sieben KInder mit außergewöhnlichen Fähigkeiten geboren werden. Als Kinder sind sie Superhelden, aber als Erwachsene verlieren sie ihre Bindung und das Team wird aufgelöst. Als ihr Mentor Sir Reginald Hargreeves dann aber verstirbt, kreuzen sich ihre Wege erneut.

Gerard Way ist Sänger der Band „My Chemical Romance“ und hat die Story dieses Erfolgscomics erdacht. Gabriel Bá ist Zeichenstar. Gemeinsam haben sie bereits viele Auszeichnungen erhalten und nun legt Cross Cult die Serie in einer neuen Edition wieder auf. Ihr findet die Leseprobe hier.

Die Zeichnungen haben mich beim ersten Anblick nicht umgehauen, aber dennoch erwarte ich sehr viel von diesem Werk. Ja, es handelt sich um Superhelden, aber nicht die, die wir in letzter Zeit im Kino ständig treffen. Ich freue mich jetzt schon auf zwei bis drei Leseabende.

Rashomon – Literatur im Regen

Der dritte Band der Reihe „After the Rain“ überzeugt mich bisher voll und ganz. Ich halte ihn für den besten Band der ganzen Reihe bisher. Das kommt vordergründig dadurch, dass ich zum ersten Mal auch über die Lektüre hinaus stimuliert wurde. Der Band hat inhaltlich viel zu bieten und brachte mich dazu auch weiter zu recherchieren im Feld der japanischen Literatur. Das ist großartig und gelingt kaum einmal einem Werk.

Inhalt:

Akiras Gefühle für ihren Chef werden stärker. Das weckt bei Kondo Emotionen, die er eigentlich schon vergessen hatte. Doch die Verliebtheit der 17-jährigen Akira hat gerade erst richtig begonnen …

Inhalt & Cover © Altraverse

Rezension:

Ja, mit der Liebe geht es drunter und drüber im dritten Band. Akira scheint weiterhin wild entschlossen zu sein Herrn Kondo mit ihren Gefühlen zu überwältigen. Sie hat sich nun zunächst entschlossen ihn näher kennen zu lernen. Dieses „näher kennen lernen“ zieht sich wie ein roter Faden durch den dritten Serienteil.

Herr Kondo scheint immer noch unsicher zu sein, wie er mit der Lage umgehen soll. Er hatte nach dem zweiten Band schon damit gerechnet, dass sich die Sache wohl erledigt hatte, aber das erweist sich nun als Trugschluss.

Aber wir erfahren viel mehr aus Akiras Vergangenheit und werden wieder, ähnlich wie Akira, schmerzhaft daran erinnert, dass die schwere Sportverletzung Akiras Leben radikal veränderte.

Nachdem sich Akira schlecht fühlt und über die Sportverletzung noch nicht hinweg ist, muss fast die Überlegung angestellt werden, ob es wohl ihrem Selbstwertgefühl geschadet hat, dass sie diesen Sport nicht mehr erfolgreich ausüben kann. Dies könnte auch eine plausible Ursache dafür sein, dass sie sich zu dem Lebensverlierer Kondo hingezogen fühlt. Ist es etwa doch lediglich eine jugendliche Schwärmerei? Oder steckt mehr hinter den Liebeserklärungen Akiras?

Rashomon – Die Ehre des Samurai

Im Buch gibt es ein auffälliges Zitat. „Rashomon“ ist ein Film von Akira Kurosawa aus dem Jahr 1950. Im Film geht es um eine Gerichtsverhandlung, in der auch eine Vergewaltigung eine Rolle spielt. Ist das bereits eine düstere Anspielung auf das, was uns in dieser Mangareihe noch bevorsteht? Erstaunlich obendrein, dass der berühmte Regisseur den gleichen Vornamen trägt wie unsere Hauptdarstellerin…

Im Buch selbst wird „Rashomon“ zitiert aus der gleichnamigen Kurzgeschichte von Ryunosuke Akutagawa, einem Dichter und Schriftsteller, der dafür bekannt war, den japanischen und europäischen Stil miteinander zu verknüpfen. Die 1915 erschienene Geschichte war die Vorlage für den Kinofilm Kurosawas.

Rashomon

Akira entscheidet sich in der Bibliotheksszene für ein Werk von Soseki Natsume. Hierbei handelt es sich gar um einen der berühmtesten japanischen Schriftsteller überhaupt. „Der Tor aus Tokio“ erschien erstmals 1906 und ist der Band, der ihm u. a. zum Durchbruch als Schriftsteller verhalf.

Der Tor aus Tokio Soseki Natsume

Fazit:

In diesem Band 3 „After The Rain“ gab es richtig etwas zu lernen. Japan rückt ein bisschen näher, wenn plötzlich Dinge wie Rashomon klar werden. Die Literatur hat die einmalige Gabe, eine kleine Flamme weiter zu entfachen und den unbändigen Willen durchzusetzen, Dinge näher kennen lernen zu wollen. Auch das schließt wieder den Kreis in diesem Manga.

Und dann noch dieser kolossale Cliffhanger!

Ich kann die Lektüre inzwischen uneingeschränkt empfehlen. „After The Rain“ ist ein grandioser Manga, mit nun auch interessanten Querverweisen, die das eigene Leben und die Denkweise bereichern. Absolute Leseempfehlung, aber bitte mit Band 1 beginnen!

Jun Mayuzuki. After the Rain 3. Altraverse 2019. 164 Seiten. Romance (Altersempfehlung 16+). 10€