Feuerdrachen im All – Luc Orient in Neuausgabe

Dem All Verlag ist ein großes Dankeschön auszusprechen. Die wundervoll nostalgische Science-Fiction/Mystery-Serie Luc Orient erhält eine neue Gesamtausgabe. Schön verpackt im Hardcover kommt die Ausgabe daher und sie zieht den Leser gleich in den Bann der 60er Jahre. Ja, die Figuren wirken altbacken, aber die Geschichte hat eben auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Im Ganzen weiß sie nach wie vor Leser jeden Alters zu fesseln.

Ich persönlich ärgere mich schon lange, dass die zuletz erschienene Gesamtausgabe von Luc Orient vergriffen ist und somit nur zu extrem teuren Preisen zu haben ist. Diese Veröffentlichung kommt mir wie gerufen. Ich greife also gerne bei den beiden ersten veröffentlichten Bänden zu.

Band 1 Die Feuerdrachen baut die zentrale Welt des Luc Orient-Universums auf und führt die wichtigsten Figuren ein. Neben den feschen Draufgänger Luc Orient auch noch Professor Kala und auch seine Assistentin Lora. Mit Dr. Argos betritt auch ein zentraler Bösewicht gleich im ersten Band mehrfach die Bühne.

Inhalt:

In Diensten der Forschungseinrichtung Eurokristall spüren der Physiker Luc Orient, sein Vorgesetzter Professor Hugo Kala und dessen Assistentin Lora Jordan paranormalen Phänomenen nach und lösen wissenschaftliche Rätsel.

In seinem ersten Abenteuer verschlägt eine geheimnisvolle Botschaft das Trio in den Mittleren Osten. Angeblich soll es dort größere Vorkommen der sagenumwobenen »verbotenen Steine« geben, von denen eine alte Legende erzählt. Luc und seine Freunde machen sich auf die Suche und kommen der Wahrheit hinter den seit Generationen überlieferten Geschichten auf die Spur. Im Tal von Sher-Dahng stoßen sie dabei auf die letzten extraterrestrischen Überlebenden einer interstellaren Mission…

Rezension:

Die Geschichte folgt klassischen erzählerischen Mustern und baut eine Bedrohung für die ganze Welt auf. Auch wenn noch nicht ganz klar wird, worin diese Bedrohung eigentlich besteht, erkennt der Leser, dass hier offensichtlich sehr starke Mächte am Werk sind.

Ich fühle mich gleich in die filmische Welt der 60er Jahre versetzt und genieße das beim Lesen jeder einzelnen Seite. Ich möchte schon nach kurzer Zeit, dass die Lektüre gar nicht enden möge.

Die Zeichnungen haben einen klaren Stil, sind detailliert und lebendig. Die Texte sind durchaus üppig auch wenn lange Hintergrundinformationen fehlen. Die Figuren lassen sich mit ihrem Eigenleben dadurch sehr schnell entwickeln.

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Titelbild, Inhaltstext und Abbildung © All Verlag

Es gibt alles, was das Herz eines Abenteurers bewegt: Helden und Bösewichte, Verfolgungsjagden, Kämpfe mit wilden Tieren, Außerirdische und spannende spontane Veränderungen der Gemütslage.

Fazit:

Luc Orient hat nicht nur einen nostalgischen Wert. Die Geschichten können einfach immer wieder erzählt werden und verlieren keineswegs an Charme. Die altmodische Kleidung der Figuren und der dazu passende Zeichenstil machen die Geschichte eher aus, als dass sie stören.

Ich habe die Story inhaliert und obwohl ich das Gesamtbild schon kenne, habe ich die Geschichte doch mit großem Interesse bis zum letzten Wort gelesen. Band 2 liegt schon bereit und wird für das Wochenende gebunkert. Die gefrorenen Sonnen werden mich bestimmt ebenso begeistern. Das weiß ich bereits.

Ich gebe eine vollständige Leseempfehlung an Fans des Genres, die vor Klassikern nicht zurückschrecken. Im Bereich Science-Fiction und Mystery gehört Luc Orient zu den Besten der Liga und ist mehr als lesenswert.

Greg / Paape: Luc Orient Bd. 1 – Die Feuerdrachen. All Verlag 2019. 64 Seiten. Hardcover. 15,80 €.

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Historisch-mystisches Japan in neuem Gewand

In der neuen Geschichte Kinder des Fegefeuers der japanischen Mangaka KarakaraKemuri geht es um eine Episode der japanischen Geschichte, die aufgepeppt mit Magie, Mystik und Fantasy den neuen Leser oder auch die Fans ihrer Erfolgsserie Unterm Wolkenhimmel begeistern werden.

Das Opening von Kinder des Fegefeuers ist von epischer Breite. Mit prachtvoll ersten Zeichnungen wird in die japanische Historie eingeführt. Die Geschichte ist im Jahr 1600 angelegt und funktioniert somit als Prequel zu Unterm Wolkenhimmel. Erfolgreiche Filmreihen und Serien machen es vor. Wenn eine Geschichte zu Ende geht, kann ein Prequel die darbenden Fans durchaus noch über einen gewissen Zeitraum zufriedenstellen.

Inhalt:

In Ohmi, wo nie die Sonne durch die dunklen Wolken bricht, liegt ein okkulter Schrein. Man sagt, dort lebt ein Zwillingspaar, das dem Fegefeuer entsprungen ist. Ein geheimer Auftrag hat den jungen Samurai Sakichi dorthin geführt. Angeblich wird er hier die Totenkopf-Hozuki finden, ein mächtiges Artefakt. Aber was genau ist das überhaupt? Die Zwillinge wissen es, aber Sakichi ahnt nicht, in welch Teufels Stricke er sich mit ihnen begeben hat.

Cover, Abbildungen & Inhalt © KAZÉ

Rezension:

Der Held der Geschichte ist Sakichi. Als Samurai dient er als Gefolgsmann seinem Landesherren. Sakichi ist ehrenhaft und loyal. Das zieht sich durch die ganze Geschichte durch.

Die Kumo-Zwillinge dagegen sind das bloße Gegenteil von Sakichi. Sie sind negative Figuren der Geschichte, auch wenn es nicht langweilig wird, wenn sie in der Geschichte ihre Auftritte haben.

Kunitomo Tobe dagegen scheint ganz auf der Wellenlänge von Sakichi zu liegen. Wenn sich hier nicht noch eine Love-Story entwickelt. Yuma vom Kunitomo-Clan scheint aber kein Freund von Sakichi werden zu können. Er hat das Wort „Rivale“ förmlich auf die Stirn tätowiert.

Die Geschichte bindet im ersten Band, auch wenn die Handlung manchmal droht etwas seicht zu werden. Es gibt viele Hinweise darauf, dass sich die volle Story erst in den kommenden Bänden wirklich entwickeln wird. Es müssen nun zunächst einmal die Hauptfiguren eingeführt werden.

Die Mischung aus Fantasy und Historie funktioniert für die Geschichte. Das historische Japan ist ein wunderbares Setting für die Heldensage, die sich zweifellos entwickeln wird. Legendenhafte Schlangen, Totenköpfe und seltsame Artefakte sorgen für Spannung.

Die Perspektive der Geschichte ist bisher nur einseitig. Es wird lediglich aus der Sichtweise von Sakichi erzählt. Das ist im ersten Band vielleicht aber auch noch nicht anders möglich.

Die Zeichnungen sind durchaus sehr anspruchsvoll und geben dem Manga ebenfalls einen gebührenden Hintergrund. Da die Geschichte aber sehr ernsthaft angelegt ist, stören mich die Chibi-Zeichnungen zwischendurch ein bisschen. Ich finde sie an den entsprechenden Stellen extrem unnötig. Das Potenzial der Geschichte reicht aus, auch ohne gekünstelte Slapstick-Einlagen auszukommen.

Fazit:

Die Story hat mich gefesselt und ich will absolut weiterlesen. Ich erwarte Großes in den nächsten Bänden und habe eine entsprechend hohe Erwartungshaltung. Wenn die Chibi-Zeichnungen nicht wären und die Geschichte noch ein bisschen dichter wird, sind 5 von 5 Punkten mehr als möglich. Eigentlich ist dieser Manga genau mein Ding, dennoch gebe ich bisher 4 von 5 Punkten. Aber eine dicke Leseempfehlung muss ich aussprechen. Eine Leseprobe findet ihr bei KAZÉ.

Ich bestelle jetzt sofort Band 2 und 3, die gibt es nämlich auch schon. Band 4 ist angekündigt und wird im April 2019 erscheinen.