Das blutige Erben der Azteken – Die Treibjäger 2

Lange habe ich auf den zweiten Teil der Treibjäger warten müssen, aber nun war der Moment endlich gekommen und ich habe mich sofort auf den zweiten Band gestürzt. Das Cover wirkt erneut sehr ansprechend und ich bin von der Geschichte ja schon im ersten Band sehr begeistert gewesen.

Wir erinnern uns kurz zurück – und das finde ich wirklich blöd, wenn so viel Zeit zwischen den Bänden liegt – es tobt in Europa der niederländisch-englische Krieg und die Engländer sind in einer verzweifelten Lage. Sie beschließen eine Expedition nach Mittelamerika loszuschicken, um eine Waffe der Götter zu finden, die bereits von den Azteken benutzt worden sein soll. Soweit nur grob.

Nun geht die Geschichte also weiter. Der Kampf um diese Götterwaffe entbrennt, da sich mehrere Parteien um den Besitz streiten.

Inhalt

Unsere Helden sind also in Mittelamerika und müssen sich gegen eine feindliche Partei behaupten. Dabei brechen nicht nur mit den Gegnern tiefe Gräben auf. Auch die eigene Gruppe ist sich nicht wirklich einig. Als der Kampf um die Vorherrschaft tobt taucht das Monster erstmals auf. Wir hatten es im ersten Band kaum zu sehen bekommen.

Gefällt euch die Rezension bis hierher? Dann könnt ihr auf meiner Webseite weiterlesen. Besucht mich bei Comanga!

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Der Mars als modernes Australien 2.0

On Mars_01: Eine neue Welt

Die neue Splitter-Reihe On Mars_ sorgt mit einem gelungenen Auftaktband für gehörig Spannung. Im Jahr 2132 gehen die Uhren auf der Erde anders. Der Planet liegt im Sterben, seine Ressourcen sind ausgebeutet. Straftäter, die auf der Erde zu fünf oder mehr Jahren Gefängnis verurteilt worden sind, werden zur Zwangsarbeit auf dem Mars gezwungen, der den Menschen eine neue Heimat bieten soll.

Die Verbindung zur Besiedlung Australiens, als britische Straftäter haufenweise in die neue Welt verschifft wurden, nur um dann zum Gründungsvater eines neuen Kontinents zu werden, liegt nahe. Der Mars ist ein karges und heißes Fleckchen, ganz wie Australien übrigens, und hat für die Neuankömmlinge einige Schrecken parat. Die Arbeit, die zu verrichten ist, ist hart und die Aussicht über Jahrzehnte hinweg nichts anderes mehr zu tun, deprimierend.

Gleich im ersten Panel treffen wir unsere Hauptfigur. Jasmine Stenford war Polizistin auf der Erde. Bei einer Razzia erschießt sie die Tochter eines einflussreichen Politikers und wird in der Folge zu 20 Jahren Zwangsarbeit auf dem Mars verurteilt. Wir steigen in die Geschichte ein, als Jasmine gerade ihr Atemwegsimplantat eingesetzt bekommt, damit das Atmen in der Atmosphäre des Mars kein Problem darstellt. Gerade angekommen auf dem roten Planeten, muss sie sich der harten und unbarmherzigen Wirklichkeit in einer brutalen Gesellschaft stellen.

Von ihren Leidensgenossen wird sie nicht unbedingt herzlich aufgenommen. Lediglich Alan scheint ihr zunächst zugewandt. Auf einem nächtlichen Ausflug aus der Barracke entpuppt sich dieser aber als Vergewaltiger und wird von Jasmine getötet. Und wird schlagartig bewusst, dass natürlich alle die hier auf dem Mars sind vermutlich auch etwas auf dem Kerbholz haben. Jasmine ist also vorsichtig, denn man kann gar nicht vorsichtig genug sein.

Depression und Selbstmord sind an der Tagesordnung in dieser trostlosen Einöde. Ein weiterer Mithäftling, namens Josh, geht ebenfalls freundlich auf Jasmine zu und erzählt ihr, dass es unter den Häftlingen eine religiöse Bewegung gibt, die von einem brasilianischen Prediger geführt wird. Die Glaubensrichtug ist dem Synkretismus nahestehend. Der Band 1 der Reihe klärt noch nicht darüber auf, wie diese Sekte/Religion Einfluss auf die Geschichte ausüben könnte. Erste zarte aufrührerische Bestrebungen sind jedoch bereits spürbar.

So weit die Storyline. Die Geschichte ist fesselnd erzählt und führt einige interessante Figuren ein, von denen wir noch bruchstückhaft etwas erfahren. Da darf der Leser auf den zweiten Band gespannt sein.

Die Geschichte baut in der Szenerie Parallelen zu einem Arbeitslager auf, einem Konzentrationslager im Deutschen Reich zur Zeit des Zweiten Weltkriegs nicht unähnlich. Die Häftlinge dürfen einmal in der Woche alle gemeinsam in einer Massenanlage duschen. Noch ohne weitere Folgen…

Sci-Fi-Veteran Sylvain Runberg (Orbital) bleibt seiner realistischen Linie treu. Er bringt keine Aliens in die Geschichte, sondern hält sich an Fakten. Die ebenfalls detailreichen Zeichnungen von Grun (d.i. Ludovic Dubois) verstärken diese realistische Ader noch zusätzlich.

Eine wichtige Rolle nimmt die religiöse Bewegung in der Marskolonie ein. Diese Bewegung hängt den Lehren des Synkretismus nach. Das bedeutet, verschiedene Elemente aus unterschiedlichen Religionen vermischen sich und bilden eine neue und womöglich bessere Religion. Oder doch nicht? Sind es nur Häftlinge, die versuchen für sich Vorteile herauszuschlagen. Das würde zumindest in diese ach so realistische Welt blendend hineinpassen.

Fazit

Die Lektüre ist kurzweilig und wartet bereits im ersten Band auch mit einigen philosophischen Ideen auf. Ich war gut unterhalten beim Lesen, auch wenn es keine schöne und faszinierende Welt ist, auf die man trifft.

Ich vergebe an dieses Werk 4/5 Punkten und empfehle es uneingeschränkt an Science-Fiction- und Thriller-Fans. An Action fehlt es nicht und es fließt reichlich Blut. Das ist nicht für jeden etwas. Wer es nicht so sehr kriegerisch mag, kann auf diesen Kauf verzichten.

Sylvain Runberg / Grun: On Mars_01: Eine neue Welt. Splitter Verlag 2019. 56 Seiten (+20 Seiten Zeichnungen und Figurenentwicklung). Hardcover. 18,80 €.

Die Ritter von Heliopolis 1 – Düsterer Auftakt und schwarze Magie

Das Setting der Geschichte führt den Leser nach Frankreich in das Zeitalter der Französischen Revolution. Es handelt sich um eine sehr düstere und beklemmende Geschichte, die das hässliche Gesicht der damaligen Zeit schonungslos offenbart. Weiterlesen „Die Ritter von Heliopolis 1 – Düsterer Auftakt und schwarze Magie“

Der Triumph des Herzens

Dieser Text soll kein epochales Werk zur Lage der Gesellschaft werden, aber das spannende Geschichtswerk Das Herz der Amazonen aus dem Splitter-Verlag bietet doch mehr an als nur das immer wiederkehrende Gemetzel des Trojanischen Krieges. Es kommt auf die feinen Untertöne an.

Titel: Das Herz der Amazonen

Autoren/Zeichner: Geraldine Bindi / Christian Rossi

Verlag: Splitter

Erschienen am: 22.10.2018

Seiten: 160

Preis: 29,80 €

Die Geschichte des Trojanischen Krieges ist scheinbar schon zu oft erzählt worden. Die Charaktere sind bekannt und es bleibt nur noch wenig Neues zu entdecken. Nun aber wirft das Duo Bindi/Rossi eine Nebenhandlung auf den Markt, die noch nicht so stark bearbeitet worden ist.

Inhalt:

Zu Beginn des Frühlings feiert der stolze Stamm der Amazonen jedes Jahr das Blumenfest, eine feierliche Zeremonie des Lebens und der Fruchtbarkeit, die für ihre Nachkommenschaft notwendig ist: Wie jedes Jahr entführen die kriegerischen Frauen einige Dutzend Männer, um mit ihnen die nächste Generation des Stammes zu zeugen. Einzig Penthesilea, die junge Königin der Amazonen, findet erneut keinen Mann, der ihrer würdig wäre. Nicht weit entfernt liegt jedoch die Stadt Troja, wo ein Krieg um die griechische Prinzessin Helena entbrannt ist. Und ein von den Göttern begünstigter Krieger namens Achilles weckt die Aufmerksamkeit Penthesileas…

Inhaltsangabe & Abbildungen © Splitter-Verlag

Rezension:

Christian Rossi taucht die Geschichte in wundervolle Sepia-Töne und wechselt Licht und Schatten so geschickt ab, dass eine ganz eigene Atmosphäre entsteht. Das Altertum scheint sich vor dem Leser aus dem Erdboden zu erheben, leicht angestaubt, aber doch lebendig. Das Minenspiel der Gesichter verdient dabei die besondere Beachtung und gelingt Rossi nicht zum ersten Mal ausgezeichnet. Der Band weist auffallend viele große Panels auf, so dass ein zweites Hinschauen unbedingt angeraten wird, um wirklich auch die liebevollen Details zu entdecken.

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Geraldine Bindi erzählt eine Geschichte einer Frauenkolonie, die einst den Männern, nach unsäglichem Leiden, entsagt hat. Die Amazonen sind trainierte Kriegerinnen, denn sie müssen sich verteidigen. Sie sind aber keinesfalls Superhelden. Das macht die Geschichte authentisch.

Für Männer haben sie nur Geringachtung und sie nutzen den Mann lediglich als Fortpflanzungswerkzeug. Nach der erfolgreichen Befruchtung werden die Männer grausam hingerichtet. Eine besondere Rolle nimmt in dem Buch das Blumenfest ein, bei dem gefangen genommene Männer in das Fruchtbarkeitsritual der Amazonen einbezogen werden. Hier wird vom Autorenteam nicht vor graphischen Darstellungen zurückgeschreckt. Eindeutig sexuelle Handlungen sind offensichtlich. Das muss aber auch so sein, denn der Realitätswert gebietet dies an dieser Stelle. Hier kann das Buch aber sicherlich nicht alle Leser ansprechen.

Am Ende werden diese sexuellen Themen immer mehr in den Hintergrund gedrängt von wichtigen Fragen wie etwa dem Verfallsdatum einiger Wertvorstellungen, die die Gemeinschaft der Amazonen bis zu diesem Zeitpunkt verfolgt hat. Ein Wandel setzt ein, wenn sich Königin Penthesilea plötzlich entscheidet ihren neugeborenen Sohn nicht zu töten, wie bisher üblich. Der Leser erkennt schnell, dass hier ein Gesellschaftsbild ins Wanken gerät und am Ende umgestürzt wird. Dabei bleiben die Anhänger der alten Ordnung auf der Strecke. Aber ist es nicht immer so?

Fazit:

Die Geschichte regt zum Nachdenken an. Es geht um Frauen- und um Männerbilder in der Gesellschaft und wie sich deren Rollen verändern können. Dominiert zu Beginn noch Sex und Gewalt, so verändert sich auch der Erzählstil. Es geht im letzten Drittel fast nur noch um die Werte und Normen.

Es ist äußerst spannend und unterhaltsam den Trojanischen Krieg nur als Nebenschauplatz zu erleben. Der Leser sieht das zerstörte Troja, auch die Griechen kämpfen gegen die Amazonen und Achill spielt als Liebhaber Penthesileas eine tragende Rolle, aber eigentlich steht die Gesellschaft der Amazonen im Mittelpunkt. Trotz des von Männerhand erfahrenen Leids, können die Amazonen am Ende ihr eigenes Herz nicht besiegen und lassen sich wieder auf eine Gesellschaft mit Männern, zunächst in der Form des Königssohnes ein.

Die Graphic Novel ist klar im Geschichts-Genre angelegt und dürfte Historienfans zufriedenstellen. Wer sexuelle Darstellungen nicht schätzt, muss sich weiterhin hinter den trojanischen Mauern verschanzen und die Finger von diesem Werk lassen. Steht man der Sache aber offen gegenüber, wird sich eine Geschichte voll von Leid und Leidenschaft ausbilden, die mehr als nur lesenswert erscheint.